Ein modernes Märchen


Vor gar nicht allzu langer Zeit begab sich eine Gemeinschaft von Göttern auf die Reise zu noch unbekannten Himmelskörpern und Lebensformen. Sie zogen durch viele Welten und Galaxien, und eines Tages entdeckten sie einen wunderschönen Planeten, dem sie den Namen »Die blaue Perle der Schöpfung« gaben, so begeisterte sie sein Anblick.
Er versprach eine herrliche Vielfalt an Leben, und so begaben sie sich zu ihm, um ein berauschendes Fest des ewigen Daseins zu feiern.

Blühende Natur, vibrierendes Leben, märchenhafte Landschaften mit grünen Tälern, majestätischen Bergen, deren Spitzen durch die weißen Wolken bis in den blauen Himmel ragten, sonnige Strände, an denen das klare Wasser brandete, goldene Getreidefelder und singende Flüsse machten sie glücklich! Soviel wunderbares Leben, Pflanzen und Tiere – dies konnte nur das Werk des Allmächtigen sein, erschaffen in grenzenloser Liebe! Wer hier wohnte, sein Zuhause hatte, meinten die Götter, müsste sehr, sehr glücklich sein.

Doch dann trafen sie den Menschen, und sie wunderten sich sehr.

Die Menschen schienen die Herren dieses Planeten zu sein, denn sie taten unbehelligt das, was sie wollten, und niemand konnte ihnen Einhalt gebieten.
Aber Einhalt war geboten, denn es war unverkennbar, dass die Menschen dabei waren, diesen prächtigen Planeten in ein Tal der Tränen zu verwandeln und sich in der Folge selber zu zerstören; sie rannten mit offenen Augen in ihr Verderben.
Sie sahen, dass die Menschen sich immerzu anstrengten, um etwas zu erreichen. Sie waren dabei sehr fleißig, machten Fortschritte und hatten das Bemühen voranzukommen, sich zu entwickeln. Es gab viel Schönes und Erbauliches in den  Künsten, die sie ausübten. Insgesamt sah man ein sehr aktives und gutwilliges Volk. Aber sie waren immer ruhelos und irgendwie nie richtig zufrieden. Und alles, was sie erreichten, worüber sie sich dann auch riesig freuen konnten, geschah mit einem enormen Aufwand. Die Tiere und Pflanzen dagegen genossen ihr naturgegebenes Dasein in diesem Paradies.

Trotz allem Schönen und Fortschritt - die Menschen waren selten wirklich glücklich. Wer sollte das verstehen?! Die Götter versuchten es. Sie studierten die Geschichte und die Entwicklung der Menschheit, ihre Gewohnheiten und Motivationen. Dabei fanden sie überraschend heraus, dass die Menschen vor langer, langer Zeit einst selber Götter waren!

Auch sie konnten früher in ihrem Astralkörper in wenigen Augenblicken von einem Punkt des Weltalls zum anderen zu reisen. Auch sie konnten damals mit ihrem geistigen Auge »fernsehen«. Sie konnten über größte Entfernungen telepathisch Gedanken und Nachrichten austauschen, sie verstanden es, durch das ursprüngliche Wort der goldenen Sprache augenblicklich Dinge entstehen zu lassen, sie kannten die tiefsten Naturgesetze und ihre Anwendung, sie hörten den musikalischen Zauber himmlischer Sphären. Sie lasen im »Buch der Schöpfung«, in welchem alle Vergangenheit, die Gegenwart und die Möglichkeiten sowie Tendenzen der Zukunft verborgen liegen. Und sie hatten ein universelles Bewusstsein, mit einer Wahrnehmung, die bis in die nächsten Dimensionen reichte, und das alles Sein in seiner Ganzheit vollständig zu erfassen vermochte.

Sie waren Götter! – Und weil die Menschen dies in den tiefsten Tiefen ihres Unterbewusstseins immer noch ahnten, versuchten sie ihre einstmals göttlichen Fähigkeiten gewissermaßen nachzubauen. Aber jeder noch so technisch raffinierte »Nachbau« blieb doch nur eine blasse Kopie ihrer vergangenen unerreichten Fertigkeiten und Möglichkeiten, die sie nach und nach verloren, weil sie ihre Wahrnehmung, ihre Erfahrungen und ihr Wirken immer mehr auf die materielle Ebene verlagerten.
Sie bauten Flugzeuge, Funkanlagen, Fernsehgeräte, Computer, und entwickelten dabei eine Industrie, die irgendwann nur noch funktionieren konnte, indem man Mutter Erde beinahe bis zum Kollaps ausplünderte.
Sie hatten etwas, das sie Wissenschaft nannten, die so spezialisiert war, dass sie sich vollständig vom Einen-Ganzen trennte, und jeden natürlichen Zusammenhang verlor. Sie versuchten ihr so lange mühsam erworbenes, gesam(mel)tes Wissen in Büchern festzuhalten und hielten dies für das Wissen schlechthin.

Sehr »amüsant« erschien auch, dass die Älteren die kleinen Kinder zwangen, viele Jahre lang eine Einrichtung zu besuchen, die sie »Schule« nannten. Dort mussten sie Rechnen und Schreiben lernen, und mit diesem Wissen wurden die Armen dann hinaus in die Welt geschickt, weil man glaubte, allein mit diesen Kenntnissen würden sie in der Lage sein, ihr Leben erfolgreich zu gestalten und zu meistern. Aber was wussten sie dann von den Gesetzmäßigkeiten und Erfordernissen des Lebens?! Außerdem lernten sie dort, das alle Existenz nur Materie sei, lediglich dazu da, verarbeitet zu werden und sich vollkommen dem Willen des Menschen zu fügen.
Das war eine Bildung, die mit der Realität des wirklichen, sinngebenden Lebens nicht mehr viel gemein hatte. Es wurde nur ein auf »Fakten« basierendes »Wissen« vermittelt, aber keine Lehrinhalte, dazu geeignet, Charakter und Persönlichkeiten der jungen Menschen heranzubilden, bzw. Erfahrungen nutzbringend für alle zu integrieren. Einige der Schulabgänger eigneten sich in mehrjährigen Studien weitere »Weisheiten« an, und wurden später im Laufe ihrer Karriere - eine viel strapazierte Metapher für Lebensinhalt schlechthin - Lehrer, Manager, Ärzte, Wissenschaftler, Militärführer, Politiker oder sogar Staatsführer eines Volkes... – oft ohne Charakter und Persönlichkeit ...

Anfangs glaubten die Götter an eine tragische Komödie als grandioses kosmisches Schauspiel in einem Welttheater. Einige waren amüsiert und kugelten sich vor Lachen, andere bestaunten mit großen, neugierigen Augen das Unfassbare. Doch allmählich erfasste sie betroffenes Schweigen. Denn sie sahen nun, dass dies alles kein Spaß war!
Die Menschen machten ernst. Sie wollten alles machen und alles haben, sie sagten immerzu »ich will …!«, und diesen Willen setzten sie mit dem Wissen, das sie in der Schule erworben hatten durch – egoistisch, berechnend und rücksichtslos gegenüber ihrem Planeten, gegenüber anderen und sogar gegenüber sich selbst. Und weil sie dabei nie ihre wahre Vollkommenheit erreichen konnten, blieben sie tief in ihrem Inneren immer unglücklich, und strengten sich umso mehr an ...

Doch bei weitem nicht alle waren von dieser schrecklich ruinösen Krankheit der Habsucht befallen. Umso unverständlicher war, was diese noch Unbetroffenen dagegen taten – nichts! Sie schauten zu, wie eine inzwischen geistig degenerierte Minderheit die Menschheit geradewegs in die Apokalypse steuerte. Sie waren wie die Schweine, die man zum Schlachthof führte – sie witterten nichts Gutes, aber sie ergaben sich ihrem aufgebürdeten Schicksal widerstandslos.
Rein genetisch gesehen hatten sie ja auch eine sehr große Ähnlichkeit mit den Schweinen. Mit dem Unterschied, dass Schweine noch nicht aufrecht gehen konnten …

Und während viele weiterhin »ich, ich, ich …« sagten, trennten sie sich immer mehr von der heilsamen Einheit mit dem Alles und von ihrem eigenen inneren wahren Glück.
Sie sagten sogar »ich«, wenn sie von der Liebe zu einem anderen Menschen sprachen.
Sie sagten Liebe, wenn sie von Sex sprachen.
Sie sagten Sex, wenn sie von Zärtlichkeit redeten.
Sie sprachen von Zärtlichkeit, wenn es um sexuelle Forderungen ging.
Und wahre Liebe wurde zur Ware Liebe.
Wenige nur kannten noch die ehrliche, große Liebe. Für diese gab es auch in der Liebe Sex, aber Sex ohne wahrhaftige, aufrichtige Liebe war für sie etwas völlig anderes, und für die anderen oft der Grund für Beziehungsprobleme. So gingen Liebespaare miteinander um.

Doch es sollte alles noch schlimmer kommen.
Die Götter bemerkten nämlich recht bald, dass der ganze herrliche Reichtum der blauen Perle nicht allen Menschen gleichermaßen gehörte. Denn es gab sogenannte »reiche Geschäftsleute«, die Teile der Erde, sogenannte Grundstücke,  aufkauften und dann etwas dafür verlangten, z.B. Geld, damit andere dieses gemeinsame Land nutzen konnten. Zum Beispiel wurden auf diesem erkauften Land Wohnungen gebaut, für die man dann »Mietzins« zahlen musste, wenn man darin wohnen wollte bzw. musste. Um sich eine eigene Wohnung bauen oder kaufen zu können, hatten aber nicht alle Menschen genügend Geld, weil ein großer Teil dessen, was diese erarbeiteten, die »Regierenden« über Steuern und die Geschäftsleute über Produkte wieder einkassierten. Das war moderne Sklaverei - Lohnsklaverei. Denn arbeiten musste man, Mann, Frau und sogar Kinder, doch der Monatslohn reichte kaum, um die Lebensunterhaltungskosten für die Familie aufzubringen. – Wo war der unermessliche Reichtum der Natur, der für jedes einzelne Lebewesen auf der Erde alles, wirklich alles, im Überfluss hatte?

Und obwohl immer effizienter, zeitsparender und kostengünstiger produziert wurde, kamen die Produktiven niemals wirklich und in angemessener Weise in den wohlverdienten Genuss der Früchte ihrer Arbeit. Der Entwicklung entsprechend wären die Früchte gewesen: kontinuierliche Verkürzung der Arbeitszeiten (warum, dazu kommen wir gleich noch), wachsende Anzahl an Urlaubstagen, tatsächliches Wachstum der Löhne durch angemessene Gewinnverteilung, kurzum; zunehmender Wohlstand für alle und mehr Freizeit für Bildung und Kultur. Statt dessen wurden Urlaubstage gestrichen, Feiertage wurden »wegrationalisiert«, es mussten immer mehr Überstunden geleistet werden, oft ohne Bezahlung, die Steuerabgaben wurden permanent erhöht, und mehr Geld landete selbst nach Jahrzehnten Modernisierung, Automatisierung und Computerisierung nie wirklich in die »Lohntüten«, wenn man es mit den wachsenden Ausgaben und Abgaben verglich. Doch die Götter fanden schnell heraus, worin der Hauptgrund dieses Übels zu finden war ...

Schon bevor es die entwickelte Industrie mit »Arbeitgebern« und »Arbeitnehmern« gab, dachten gewisse Kreise darüber nach, wie sie noch mehr Reichtümer für sich alleine anhäufen konnten, und wie sich die Massen in weitere Abhängigkeit und Armut stürzen ließen. So gingen die Menschen miteinander um.
Und dazu wurde etwas ausgeheckt, das man als wahrlich teuflisch bezeichnen kann. Der Zins. – Und das funktionierte so ... (vereinfacht dargestellt …)

Diese »Kreise« und »Zirkel« druckten eine ganz bestimmte, festgelegte Summe Geld, und verteilten dieses Geld unter der Bevölkerung, um auf diese Art ein Währungs- und Wirtschaftssystem zu etablieren. Die meisten Menschen mussten arbeiten gehen, um an dieses Geld zu kommen. Dieses erarbeitete Geld war nun ihre »Ware«, welche sie für andere Ware, wie z.B. Lebensmittel und Kleidung, eintauschen konnten. Eigentlich eine geniale, fortschrittliche Idee. Wer also keine Ware, selbst hergestellte oder eingekaufte, auf dem Markt anbieten konnte, musste seine Arbeitskraft verkaufen, was unter gerechten Bedingungen ja auch völlig in Ordnung gewesen wäre.
Andere jedoch »verdienten« Geld mit Zinsen durch Geldanlagen und Aktien, wieder andere bekamen es von den Produktiven in Form von sogenannten »Steuergeldern« und »Abgaben«. Das war das System, dass das Geld immer wieder von unten nach oben fließen ließ.

Wenn nun also, z.B. ein Privater oder ein Geschäftsmann oder die Regierung, mehr Geld für eigene Investitionen brauchte, als zur Verfügung stand, oder als kurzfristig erwirtschaftet werden konnte, ging man zu diesen Herren des Geldes, zur Geldbank, und lieh sich die Summe Geld, die benötigt wurde. Diese Summe bekam man meistens auch, allerdings, und das ist der Haken an der Sache, musste man zusätzlich zu der geliehenen Summe Geldes »Zinsen« zurückzahlen. Das heißt, man musste als Gegenleistung mehr Geld zurückzahlen, als man ursprünglich bekommen hatte! Das war der Erwerb der Banken - sie »erarbeiteten«, »vermehrten« Geld durch Geldverleihung!

Weil die Banken aber nie damit aufhörten Geld zu verleihen, wuchsen auch die Zinseinnahmen beständig - das Geld vermehrte sich auf wundersame Weise. - Nicht wirklich, aber auf dem (Schuld-) Papier. Da die im Umlauf befindliche Geldsumme jedoch nur begrenzt war, musste das Geld, das an Zinszahlungen ja zurückerstattet werden musste, irgendwann irgendjemandem fehlen! Die Geldbank vermehrte das (ihr) Geld, welches sie ursprünglich herausgegeben hatte, ohne dass mehr Geld herausgegeben wurde (es sei denn, um es wiederum zu verleihen …) und ohne jeglichen produktiven Gegenwert! Das Plus bei den Banken musste also woanders als Minus auftauchen! Das ist das sittenwidrige, verbrecherische und zerstörerische Gesetz des Zinses. So verlagerte sich von Unten nach Oben immer mehr Geld bei immer weniger Menschen, und immer mehr Menschen hatten immer weniger Geld! Und das war ein systematischer, gezielter Vorgang. So gingen die Mächtigen mit den Ohnmächtigen um.

Nach wenigen Jahrzehnten des Bestehens des Zinssystems waren die meisten Menschen auf die eine oder andere Art verschuldet und fristeten ihre meiste Zeit als hoffnungslose, abhängige und oft lebenslange Schuldner. Hätten diese sich nur ihrer göttlichen Fähigkeiten besonnen, dann wäre für sie buchstäblich alles möglich gewesen! Sie wären frei und glücklich...
Aber nicht nur Private und Geschäftsleute wurden durch den Zins in die Schuldenkrise gestürzt, sogar Regierungen, ganze Staaten gingen bankrott. So gingen die Nationen miteinander um. Und da sogar Regierungen pleitegehen konnten, musste es noch eine Macht geben, die über die Macht der Regierungen stand, denn die Regierungen konnten es nicht verhindern, auch wenn sie es wollten. Irgendwann waren die Zinsen dann so hoch, dass sie nicht mehr zurückbezahlt werden konnten, deshalb wurden schließlich auch diese verzinst, d.h., auf die Zinsen mussten wiederum Zinsen gezahlt werden, damit überhaupt etwas von den Schulden zurückgezahlt werden konnte! Es war eine endlose Schraube, die letztlich zu einem kompromisslosen und selbstzerstörerischen Wachstumszwang der Wirtschaft führte, um diese unverdienten Forderungen noch halbwegs bedienen zu können.
Trotz Entwicklung von Hochtechnologie und eigentlich wachsendem Reichtum, der für alle möglich und da war, wurden immer mehr Menschen immer ärmer. So gingen die Herren des Geldes mit allen Übrigen um.

Verwunderlich war nur, dass all diese Zustände von einer Minderheit hervorgerufen wurden, welche von den anderen dazu »legitimiert« wurden. Und das funktionierte so.

Es wurden sogenannte »Wahlen« ausgerufen, die regelmäßig in kurzen Jahresabständen stattfanden. Jeder Mensch ab einem bestimmten Alter durfte diejenigen Menschen in die Regierung wählen, von denen er glaubte, sie wären kompetent und willens, alles das zu tun, was dem ganzen Volke zum Nutzen und Wohle gereichen würde, denn sie nannten sich ja auch »Volksvertreter« ...
Meistens waren die Wahlen sehr spannend, denn man wusste nicht immer ganz genau im Voraus, wer gewinnen würde; zumindest nicht der Wähler. Die jeweilige »Partei« gewann meistens mit ca. 40% der Wählerstimmen, was am Rande bemerkt noch lange nicht 40% der Bevölkerung waren ... Diese 40% waren dann die »absolute Mehrheit«, die bestimmt hatte, welche (neue) Regierung nun an die Macht kam . Denn die anderen 60% der Wähler verteilten sich auf alle übrigen Parteien, die gewählt werden konnten.
Das 40% von 100% der Wählerstimmen eine Mehrheit sein konnte, war vielleicht ein unglücklicher Umstand der Organisation des Parteiensystems. Dieser führte aber immerhin dazu, dass die Menschen, die diese Partei nicht gewählt hatten (60% von 100%!), von der Siegerpartei regiert wurden! Also regierte in Wirklichkeit eine Minderheit nicht nur die 60% der eigentlichen Mehrheit der restlichen Wähler (die sich allerdings noch auf mehrere andere Parteien verteilten, was fairerweise zugegeben werden muss), sondern die Bevölkerung insgesamt, und diese war natürlich weitaus größer als nur die 60% der Wähler der »Restparteien«! Das nannte man »Freiheitliche Demokratie«. So ging der Staat mit seinen Bürgern um. Und erfunden hat dieses System nicht das Volk …
Und da die Regierung von den Banken finanziell abhängig war (denn auch sie bekam das Geld, das sie benötigte von den Banken, und sie musste  jedes Jahr neue (Zins-) Schulden machen), war sie auch beeinflussbar, d.h., sie musste sich den Interessen der Banken beugen. Die Banken und ihre Vertreter in der Regierung und der Wirtschaft bestimmten also, wo Geld hinfloss, nämlich zu ihren eigenen zinsbringenden Interessen (Investitionen), und nicht zu den wahren Bedürfnissen des Volkes.

Und die Götter entdeckten neues Vokabular; z.B. das Wort »Waffen«. Es dauerte ziemlich lange, bis sie den Sinn dieser Metapher verstanden. Eine Waffe diente im Grunde dazu, sich in einer Streitsache mit »Gewalt« »Recht« verschaffen zu können. Das Prinzip war dabei sehr einfach; wer die meisten und wirksamsten Waffen hatte, der hatte letzten Endes auch Recht! Deshalb wurden mit unglaublicher Raffinesse immer »bessere«, sprich effizientere, Waffen erfunden und gebaut, denn man wollte überall zu jeder Zeit und in jeder Situation im Vorteil, im »Recht«, sein. Effizienz hieß in diesem Fall, innerhalb kürzester Zeit so viele Menschen wie möglich zu vernichten! Faszinierend! Daraus entstanden dann später, als der Verfall der Gesellschaft bereits deutliche Züge zeigte, diese sogenannten »Ballerspiele« am Computer, in denen schon Kinder Töten spielten ... – Brot und Computer-Spiele …
Das war in der Tat eine Perversion menschlichen Daseins - ganze Armeen, das heißt Millionen Menschen organisiert unter Waffen! Aber auch die Waffenproduktion diente in Wahrheit letztlich nur der eigenen Bereicherung! Dazu ersann man Feindbilder und schuf Konflikte, um dann den gegenüberstehenden Mächten (jawohl, beiden Seiten!) Waffen zu verkaufen.
Die Götter hatten wirkliche Mühe, diesem Denken auch nur ansatzweise folgen zu können!

Eines der unglaublichsten Dinge für sie war aber, als sie herausfanden, dass die Menschen sich gegenseitig anfeindeten und vernichteten, nur weil sie anders aussahen, anders dachten, oder etwas anderes glaubten! Sie wollten nicht wahrhaben, dass alle Menschen aus dem Einen geboren wurden, vor dem sie alle gleich waren, und hielten sich für die einzig Wahren und Edlen. Alle anderen, die anders waren als sie selbst, waren ihnen nicht ebenbürtig - meinten sie. Das diente ihnen als Rechtfertigung dafür, andere Völker zu unterdrücken und zu vernichten. Diese hatten eine andere kulturelle Entwicklung durchgemacht, eine andere Sprache entwickelt, und besaßen eine eigene Religion. Leider begriffen aber viele Menschen, die sich »Arier« oder die »Auserwählten« nannten, nicht, dass alle Religionen sich nur aus Dem-Einen-Gott entwickelt haben konnten. Und weil jeder meinte, sein Gott wäre der einzig wahre, wurden andere Menschen mit körperlicher und teils tödlicher Gewalt dazu gezwungen, den anderen Gott anzuerkennen und ihren eigenen zu verleugnen. Wie schön wäre es doch gewesen, hätten alle Menschen den Einen wahren Gott erkannt und gefeiert, in welchem in Wirklichkeit jede Religion ihre geistigen Wurzeln hatte!

Die Menschen verwechselten Glück mit Habgier und Macht über andere, und bei all dem, was die Götter zu Gesicht bekamen, erfasste sie immer mehr tiefes Mitgefühl, zumal sie die Menschheit als ihre Brüder und Schwestern betrachteten, was sie ja in Wirklichkeit auch waren, die Reichen wie die Armen, die Jungen wie die alten. Also überlegten sie sich, wie sie diejenigen, die auf der ehrlichen Suche des wahren, heilsamen Ursprunges ihres Selbst und der Menschheit waren, und sich mit Hingabe danach sehnten, helfen konnten, ihr Ziel zu erreichen. Wie war es möglich, verzweifelten Suchern, sowie der Menschheit insgesamt, den Weg zurück zur Göttlichkeit und Freiheit aufzuzeigen?

Sie fingen an, befähigte und für die Wahrheit empfängliche Menschen dazu zu inspirieren, mutige und fortschrittliche Gedanken zu verbreiten. Autoren, Musiker, Politiker, Lehrer, Wissenschaftler und sogar Militärs ..., Menschen in verantwortungsvollen Positionen, Menschen die kompetent und willens waren, Fehler zu erkennen und zu korrigieren. So fing vielerorts eine kleine Bewegung an, die langsam aber stetig wuchs.
Als sehr zweckmäßiges Hilfsmittel erwiesen sich dabei auch Bücher, da die Menschen Bücher sehr schätzten und auf ihrer Suche immer gerne lasen. Bücher konnten überall schnell viele Menschen erreichen. So gingen die Götter mit den Menschen um.
Und so findet man heute in vielen Büchern, und neuerdings auch im Internet, wieder Wege zum freien Gottmenschen und zu einer glücklichen Gemeinschaft.

Dieser Weg hat allerdings immer etwas damit zu tun, sich selber zu erkennen und zu verbessern! Denn »wenn die Zeit verrückt und die Welt aus den Fugen erscheint, so liegt die Ursache in dem wankendem Gleichgewicht des Einzelnen«. (Rudolf Bendl)
Was dabei herauskommt, wenn wir andere verbessern wollen, erleben wir zu oft im Streit, in Konkurrenz, im Elend, im Krieg.
Wer sich selbst verbessert, verbessert zunehmend auch das Ganze. Das sind Aufgabe und Verantwortung des Einzelnen am Gesamten.
Wer sich selbst verbessert, projiziert seine eigenen Probleme nicht als Schuld auf andere und in die Welt. Nur wenn wir uns alle selbst verbessern, werden wir alle wieder Frieden haben.

Die Geschichte der Menschheit war eine Geschichte unablässiger, konsequenter, zielgerichteter Zerstörung menschlicher Kunst und Kultur, jeglicher ethischen Werte und scheinbar letztlich des Menschen selbst. Können wir das ändern? Zerstörung durch Privatisierung des Erdballs?