Wie wir uns nicht vor Elektrosmog schützen können

 

Technische Strahlung wird heute oft mit dem Begriff "Elektrosmog" bezeichnet, "Elektrosmog" ist jedoch ein unwissenschaftlicher Begriff. "Elektrosmog oder E-Smog (aus Elektro- und Smog) ist ein unwissenschaftlicher, umgangssprachlicher Ausdruck für die Gesamtheit an elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern, von denen teilweise angenommen wird, dass sie (unerwünschte) biologische Wirkungen haben könnten." (Quelle: Wikipedia)

 

Elektrosmog?
Foto: Ralf Beck

Technischer Strahlung sind wir ausgesetzt, seit es die künstliche Elektrizität überhaupt gibt. Elektromotoren z.B., oder die ersten elektrischen Maschinen und Elektroanlagen erzeugten technische Strahlung, die allerdings erst viel später gemessen und bewertet wurde. Bis in die Vorzeit der Personalcomputer und Handys, sagen wir Ende der 90-er Jahre (?), war es vielleicht noch einigermaßen möglich, sich aktiv und effizient einer Technisierung der eigenen unmittelbaren Umwelt zu verweigern, um technischer Strahlung auszuweichen. Nicht wenige verzichteten gar auf ein Fernsehgerät. Geht man jedoch heute durch eine Siedlung, oder auch nur auf einem Waldpfad am Rande einer Siedlung und schaltet WLAN an seinem Handy ein und lässt sich alle verfügbaren Netze anzeigen, wird uns deutlich vor Augen geführt, dass Elektrosmog nicht mehr kontrollierbar und nicht mehr beherrschbar ist. Technischer Strahlung sind wir überall ausgesetzt. In der Stadt ist es noch viel schlimmer. Fast jeder trägt ein Handy bei sich, und bei sehr vielen laufen permanent WLAN, Bluetooth, NFC und GPS (Standort). Hinzu kommen die flächendeckend aufgestellten Funkmasten, des weiteren militärische und zivile Radars, Rundfunksender u.v.a. "Störquellen". Es ist faktisch unmöglich geworden, sich dem zu entziehen, es sei denn, man wohnt in einem abgeschirmten Bunker - ohne Technik. In den eigenen vier Wänden kann man selbstverständlich etwas Sorge tragen, dies wird jedoch weiter unten besprochen.

Angst als Geschäftsgrundlage für Schutzgeräte

 

Dies alles hört sich zunächst beunruhigend an. Wie jedoch zuvor beschrieben, ist der Begriff "Elektrosmog" unwissenschaftlich, und die Frage stellt sich, ob und wovor man sich tatsächlich vor Nichtbewiesenem schützen muss. Es gibt Tausende sich widersprechende Studien zum Thema "Elektrosmog" und den damit in Verbindung behaupteten Gesundheitsgefahren. Ängstliche Menschen werden schneller das Bedürfnis haben, sich zu "schützen". Solche Ängste werden von Produzenten von "Abschirmgeräten" natürlich gerne erzeugt; "schützen sie sich, es könnte ihnen etwas passieren!". So läuft das Geschäft bis heute. In Versuchen zeigte sich, dass elektrosensible Menschen Beschwerden bekamen, wenn sie unter ausgeschalteten Mobilfunkmasten standen. Vieles ist also Einbildung, und diese eingebildeten Befindlichkeiten hat man uns vorher eingeredet zum Zwecke des Verkaufs von "Hilfsmitteln". Diese Hilfsmittel werden von etlichen Herstellern als "Elektrosmog-Schutzgeräte" angeboten. Man offeriert dem Kunden, man könne sich vor Elektrosmog schützen, indem man sich einen Plastik-, Alu-Chip o.ä. Unfug irgendwohin klebt oder hängt. Bis heute gibt es keine Kenntnisse darüber, dass durch unabhängige Wissenschaftler, Institute etc. jemals irgendwelche Wirknachweise, Studien u.ä. von "Entstörgeräten" aller Couleur, unabhängig und nach echten und nicht pseudowissenschaftlichen Standards geprüft, bestätigt und veröffentlicht wurden. Es bleibt bislang also bei unbewiesenen Behauptungen.  

 

"Diese Produkte sind nicht harmlos", sagt Oberhummer, "sie erinnern die Menschen ständig daran, dass sie vor etwas Unsichtbarem Angst haben müssen, das kann krank machen."   "Das ist ein Riesengeschäft", sagt Heinz Oberhummer, "man bedruckt Folie für ein paar Cent und verkauft sie als Wundermittel für ein Vielfaches."

(Quelle: sueddeutsche.de)   Zu den oft bewusst unverständlich gehaltenen Wirkbeschreibungen der Schutzartikel-Hersteller sei Folgendes zitiert:
 

Stop the lies
Foto: ClipDealer

"Alles, was man nicht mit dem gesunden Menschenverstand erfassen kann, ist Humbug, wie wissenschaftlich es auch immer klingen mag."
(Prof. Arnold Ehret)

Aber was sind das für kranke und menschenverachtende Geschäftsmodelle, die schon im Ansatz auf unehrliche Weise anderen Menschen das Geld aus den Taschen ziehen möchten? Anstatt mit glühendem Forschungseifer und eigener schöpferischer Leistung etwas zu erschaffen, was der Menschheit nützlich und wertvoll wäre, besteht von vornherein die Absicht, seine Mitmenschen zu betrügen und sich unrechtmäßig zu bereichern. So psychisch krank, wie solches Handeln ist, so körperlich krank werden die Urheber möglicherweise einst sein. Und dies ist tragisch, weil sie ihr Leben verwirkten für ehrlose Betrügereien, ohne Selbstachtung, ohne Liebe für das von GOTT geschenkte Leben, für falschen Stolz und erkaufte Anerkennung.

Wie wir uns vor Elektrosmog schützen können

 

Wer Befindlichkeiten oder Ängste hat, sollte genau prüfen, woher diese wirklich kommen. Verlassen Sie sich auf Ihren eigenen gesunden Instinkt. Geschäfte laufen heute durch das Wecken von Begehrlichkeiten und Ängsten. Haben die Kopfschmerzen vielleicht eine andere Ursache? Gehen Sie dem auf den Grund! Es gibt unzählige Ursachen für Kopfschmerzen (um bei diesem Beispiel zu bleiben), und genauso viele Hilfsmittel, die man Ihnen verkaufen möchte. Wenn Sie jedoch das Bedürfnis haben, etwas für Ihre "Sicherheit" tun zu wollen, dann gibt es einfache Möglichkeiten und Regeln.

Alles abschalten, was nicht benötigt wird! WLAN, Bluetooth, NFC, GPS an Laptops, Handys, Tablets, Digitalkameras, in Autos und an/in sonstigen technischen Geräten und Gebrauchsgütern, die solche Funktionen zur Verfügung stellen. Im Haus und außerhalb, wenn wir unterwegs sind. Schalten Sie auch das Handy aus oder in den Flugmodus, wenn es die nächsten Stunden (z.B. nachts) nicht mehr benötigt wird. Im Haus bzw. in der Wohnung einen Netzfreischalter installieren lassen, der nachts den Strom aus den Leitungen nimmt (außer Kühlschränken, Alarmanlagen u.ä.) Am KFZ eine Außenantenne für Mobilfunk installieren, damit das Handy wegen der Abschirmwirkung der Karosse nicht die Sendeleistung hochfährt. Tragen Sie ein "Phone-Cap", um den Kopf zu schützen und eine abschirmende Handy-Tasche, um den Körper zu schützen. Das Handy nur für kurze, wichtige Gespräche nutzen. Nur DECT-Telefone (schnurlos) benutzen, die mit dem aktuellen "Full ECO Mode" arbeiten (kein Senden mehr, wenn nicht telefoniert wird).

Wenn Abschalten unmöglich erscheint, dann Abstand halten! Alle technischen Geräte möglichst weit weg vor allem vom Bett und vom Körper. Beim Telefonieren mit dem Handy möglichst die Freisprecheinrichtung oder ein Headset (Aircom-Headset) nutzen. Den Schlafplatz im Haus nach unten verlegen (weniger Belastung durch Funk), im Schlafzimmer möglichst auf Metall verzichten, vor allem an und in Betten, auf metallische Vorhänge verzichten, keine Halogenlampen verwenden. Am besten einen Rundgang durch die Wohnung oder das Haus und Notizen machen, wo und wie Entlastungen möglich sind, Wohnorte mit Hochspannungsleitungen meiden. Das Internet bietet dazu eine Fülle an Informationen!

- Benötigen Sie für all das "Experten"? Kostspielige Beratungen sind privat als auch geschäftlich absolut unnötig und ziehen uninformierten Menschen lediglich das Geld aus den Taschen. Wie bereits erwähnt; Ängste und Beschwerden kann man sich auch einbilden oder einreden lassen:

 

In der Nähe eines Mobilfunkmastes litten die Probanden an Symptomen wie Übelkeit oder Kopfschmerzen - auch wenn die Sendeanlage abgeschaltet war. Entscheidend war nur, ob die Probanden sich als elektrosensibel bezeichneten oder nicht.

Quelle: www.sueddeutsche.de/gesundheit/fragwuerdige-produkte-zum-schutz-gegen-strahlung-wie-sich-mit-der-angst-vor-elektrosmog-geld-verdienen-laesst-1.1281484

Wirknachweise, Doppelblindstudien, Patente und TÜV-Zertifikate

 

Liebe Leser, schauen Sie bitte auf die Impressum-Seiten oder in die Hinweise unter den Produktbeschreibungen aller Anbieter von Schutzgeräten; Sie werden ohne eine einzige Ausnahme Formulierungen finden, die darauf hinweisen, dass die Produkte derzeit noch nicht wissenschaftlich anerkannt sind. Die Anbieter sind zum einen gesetzlich dazu verpflichtet darauf hinzuweisen, zum anderen sichern diese sich selbst vor ihren eigenen hanebüchenen Beschreibungen ab, um nicht als Betrüger angeklagt werden zu können. Dennoch finden Sie zuhauf Angaben und Behauptungen zu den in der Überschrift gemachten Nebelkerzen, die ängstlichen, um ihre Gesundheit besorgten Menschen technische Errungenschaften suggerieren möchten, die es faktisch nicht gibt. TÜV-Zertifikate sind nichts anderes als Unbedenklichkeitsbescheinigungen, jedoch niemals Wirknachweise. Und da es keine Wirknachweise gibt, werden mit den Patentanmeldungen diverser Hersteller lediglich Ideen beschrieben, die jedoch als Wunschdenken und zusätzliche Kundentäuschung zu werten sind. Jeder, der ein paar Semester Physik studiert hat, lacht über die unsinnigen und grotesken Wirkbeschreibungen, die eindeutig in die Kategorie Esoterik gehören. Da nützen auch manipulierte Doppelblindstudien, das Schmücken mit akademischen Graden Dritter und bunte Bilderchen-Beweise gar nichts. Das in diesem Markt für einen besseren Absatz beim Verbraucher Ängste suggeriert werden, ist als äußerst bedenklich und verwerflich zu betrachten; hier ist dringend Nacharbeit durch die Regulierungsbehörden erforderlich.

Das Leben geht weiter, wissenschaftliche Forschung, die diese Bezeichnung verdient, geht weiter, und eines Tages haben wir vielleicht sogar eine einfache, geniale Erfindung, die Strahlen in bestimmten Frequenzbereichen nachweisbar von uns abweisen oder gar nutzbar machen. Dazu bedarf es jedoch Intuition und Intelligenz, Freude am Erfinden und Entwickeln, Begeisterung und Rechtschaffenheit, und nicht nur kaufmännisches Geschick.