Was kommt nach der Zeit?


Seit Urzeiten fragt sich die Menschheit, wo das Universum herkommt, wer es wie erschaffen hat, wie lange es existiert und existieren wird, wie groß es ist, was dahinter kommt…

Mit diesem 3-dimensionalen Denken, verstrickt man sich schnell in Gegenfragen wie z.B. »was liegt denn hinter dem Universum, und was dahinter, und was dahinter«, usw. Man meint, es müsse etwas immer noch Größeres geben. Unendlichkeit und Ewigkeit lassen sich aber nicht bestimmen und festlegen. Denn alles, was sich bestimmen und festlegen lässt, ist endlich.
Solcherart Fragerei, wenn sie auch zunächst als Denkansatz dienen mochte, führte schließlich dazu, dass Lebensfragen nie wirklich beantwortet wurden.

Eine Lösung fanden z.B. östliche Wahrheitssuchende, auf die wir am Schluss dieser Betrachtung zurück kommen werden. Diese machten jedoch vielfach den Fehler, ihre Erkenntnisse mystisch zu untermauern und auszukleiden (vielleicht auch als Schutz vor Neugierige, die das Wissen aus Sicht der Gelehrten missbrauchen konnten), anstatt sie rational und logisch nachvollziehbar zu begründen. Somit blieb ihnen gegenüber bis heute Skepsis und Unverständnis, und ein Ausweg war für viele Suchende weiterhin nicht gegeben.

Die Antwort muss aber rational und logisch sein, denn die Natur, das gesamte Leben einschließlich des Menschen, hat sich ja selbst konsequent rational – das heißt aus Ordnung, nicht aus Chaos - entwickelt, und musste dies auch, um überleben und sich weiterentwickeln zu können.
Rational, objektiv und zweckmäßig, und nicht mystisch verschleiert, unfassbar, spekulativ und surreal. So konnte und kann sich das Leben erhalten und weiterentwickeln. So kann der Mensch frei, selbstbestimmt und kompetent sein Leben gestalten.
Rationalität und Effektivität schließen Emotionen als lebenswichtigen Bestandteil des Menschen und anderer Lebewesen jedoch keinesfalls aus, sondern bilden im Idealfall eine Einheit.

Die nie aufhörenden Fragen nach Zeit, Ausdehnung und Entstehung des Universums u.ä. Fragen bezüglich des Menschen und des Lebens tendieren letztlich immer in eine einzige Richtung – Absolutheit. Unser »Fragespiel« bringt uns hierbei aber nicht weiter und führt, wie wir bereits gesehen haben, in eine Sackgasse. Diese Sackgasse ist unser 3-dimensionales Denken, sowie unsere Sinne, die ja nur einen winzigen Bruchteil unserer Umwelt reflektieren, wovon auch unsere zeitliche Wahrnehmung betroffen ist. Die Zeit ist die vierte Dimension, und wie die ersten drei Dimensionen nur ein begrenzter Ausschnitt einer höheren Ordnung. So ergibt sich ein System aus immer höheren Ordnungen, die in ihrer Gesamtheit eine höchste Ordnung bilden, welche absolut und unübertrefflich ist.

Durch schein-logische Fragerei haben wir uns den Weg zur Lösung selber versperrt, und dies wird uns schlagartig klar, wenn wir erkennen, und das ist durchaus ein rationaler Prozess, dass diese höchste Ordnung, das Absolute, ALLES ist! Und nicht irgendwas davor, dahinter, danach oder sonst wo. Dieses ALLES ist die Existenz, das Leben in seiner Gesamtheit, das Universum, oder auch Gott. Das Größte ist das Alles! Und dieses unendliche ALLES lässt sich nicht definieren, denn jede Definition würde es begrenzen. In dem Moment, wo wir Es definieren könnten, würden wir dieses Unbegreifliche und Unendliche in seiner Unendlichkeit begrenzen, d.h. zerstören, und etwas anderes, Größeres, müsste an seine Stelle treten. In dem Moment der Definition verändert Es sich jedoch schon wieder.

Das Alles umfasst auch das Zeitliche, welches es im Unendlichen nicht mehr geben kann. Das ist die Ewigkeit.
Die alten Weisen aller Kulturen wussten, dass das Zeitliche ein sich fortwährend wiederholender Kreislauf aus der Ewigkeit ist. Später dann, in der Kultur der Griechen, wurde der »Zeitpfeil« (Zeitrechnung) in das sich entwickelnde moderne Weltbild eingewoben, nach dem Motto »alles verläuft von dem Punkt zu dem Punkt...« Dies setzt aber einen Anfang und ein Ende voraus, was es jedoch, wie wir schon feststellten, nicht geben kann, zumindest chronologisch nicht erklärbar ist, weil zeitlich aus dem Zusammenhang gerissen, und wir stets in Kreisläufe zurückkehren.
Wir müssen lernen und akzeptieren, dass die Existenz existiert, deshalb immer existiert hat und immer existieren wird. Denn Existenz ist Energie, und Energie kann weder geschaffen noch zerstört werden (Energieerhaltungssatz). Aber sie kann sich verändern, und tut es ohne Unterbrechung.

Gott ist also nicht irgendjemand außerhalb aller Dinge und auch nicht außerhalb von uns selber, Gott ist etwas, nämlich das Leben selbst, das nur aus sich selber schöpfen kann. Das Leben ist Schöpfer und Schöpfung zugleich. Gott kann nicht irgendwo außerhalb der Dinge und außerhalb von uns sein. Ohne Ihn gibt es nichts. Er ist die Existenz in allem.
Das Alles, das Göttliche, ist folglich nichts Mystisches, und das Leben ist nichts Mechanisches, und deshalb, weil es eben lebt, ist es etwas Geistiges. Deshalb sprechen wir auch vom Geist des Lebens.

Somit sind wir bei den östlichen Lehren, Hermes Trismegistos und anderer Meister – Gott ist ALLES in ALLEM, in seiner Vollständigkeit unendlich, ewig und absolut. Alles ist Gott, wir sind Gott, und damit auch für uns selber verantwortlich. Und jeder für sich.
Das Leben will sich durch beständigen Wandel aller Dinge, und die daraus resultierende unendliche Vielfalt, selbst erfahren. Wie konnte es dies je besser, als durch die Entwicklung des Selbstbewusstseins und des freien Willens im Menschen? Daraus ergibt sich unsere Selbstverantwortung.

Wir suchen und erstreben in vielen Dingen und Taten das Absolute, meistens im Äußeren, und sind doch selber Bestandteil dieses Absoluten. Suchen wir das im Äußeren, was wir innerlich nicht erkennen oder zulassen können?
Unser Einssein mit dem Absoluten bedeutet gleichzeitig, dass wir dieses Einssein auch erfahren können. Wege dazu gibt es viele, und jeder mag und muss seinen Weg finden. Das ist der Weg der Evolution, und es ist unser Weg.