Heilung durch Gedankenkraft

Können wir uns gesund denken?

 

Über die Heilkraft der Gedanken ist schon vieles geschrieben worden, oftmals in Bezug zu esoterisch-mystischen Themen. Für diejenigen, denen diese Betrachtungsweisen verbrämt und befremdlich erscheinen, wird an dieser Stelle von einem nüchterneren Standpunkt aus geschrieben, mit dem Versuch einer Brücke zum Metaphysischen, ohne dass ich es mir verkneifen kann vorweg zu schieben - es funktioniert!

Was vermögen unsere Gedanken in Bezug auf unseren eigenen Körper zu bewirken?

Im menschlichen Körper gibt es sogenannte »Botenstoffe«, Neurotransmitter und Neuropeptide, mittels denen jede Zelle imstande ist, mit anderen Zellen zu kommunizieren. Diese Botenstoffe, das beweisen die Entdeckungen der Molekularbiologie, werden nicht nur vom Gehirn, vom Hormon- oder Immunsystem hergestellt, sondern auch von Magen, Darm, Nieren und dem Herzen. Auf der Ebene dieser Botenstoffe und über elektrische Nervenimpulse ist alles zu einem gigantischen Netzwerk zusammengeschlossen. Psyche, Gehirn, Nerven, Hormon- und Immunsystem. Weiterhin zeigt sich, dass Immunzellen auch Hormone produzieren, und selber Rezeptoren für Hormone besitzen. (Durch Rezeptoren können Hormone und Botenstoffe an anderen Zellen »andocken«.) Das Immunsystem ist also auch ein Teil des Hormonsystems.

Jene Botenstoffe nun zeigen uns momentane körperliche und emotionale Zustände an, wobei man beide Ebenen eigentlich gar nicht trennen kann, da sie wechselseitig wirken, und veranlassen dann ganz bestimmte Reaktionen wie z. B. die Produktion von Stresshormonen, Endorphinen (körpereigene Schmerzmittel) oder sogenannten Killerzellen (»Gesundheitspolizei«, die Bakterien und Viren bekämpft). Somit erhalten wir, unser Körper, die Möglichkeit, angemessen reagieren zu können, um unser Leben zu schützen, aber auch um uns den Umständen gemäß mitteilen zu können.

Die Psychoneuroimmunologie hat in zahlreichen Experimenten nachgewiesen, dass all das, was immer im Gehirn vor sich geht, auch vom Immunsystem wahrgenommen wird, und umgekehrt. Beide, so wie auch die anderen Organe, kommunizieren stets wechselseitig miteinander. Was aber im Gehirn vor sich geht, respektive welche Botenstoffe von ihm ausgesandt werden, hängt ebenso davon ab, was wir hören, sprechen, tun, fühlen und denken. Fühlen und Denken! Das was wir aber fühlen und denken, kann, wie bei allen anderen Tätigkeiten auch, jeder selbst bestimmen. Wir vermögen, durch hinreichende Vorstellungskraft, tatsächlich jedes Gefühl willentlich bei uns selbst herbeizuführen (Stichwort – Schauspieler!). Denken wir nur an unsere Erinnerungen, von denen die eindrucksvollsten mit Freude oder Schmerz assoziiert werden. Wenn wir uns einmal 5 Minuten Zeit nehmen, und uns eine beliebige Erinnerung zurückrufen, dann werden wir entsprechend unserer Wahl ein freudiges oder anderes Gefühl hervorrufen.
Auch hier, zwischen physisch-psychischen Zuständen und unserem Denken, gibt es Wechselbeziehungen.

Jeder Botenstoff wirkt in zwei Richtungen; auf der Körperebene beeinflusst er das Rotwerden, Nervosität, Schweißausbrüche, Lachen und Weinen, und auf der psychischen das Schamgefühl, das Verletztsein, Wut, Freude und Motivation. Botenstoffe sind die Substanzen, die Leib und Seele verbinden. Wir haben also einen Körper, der fühlt und denkt, und ein Gehirn, das den körperlichen Zustand unmittelbar beeinflusst. Wie jedoch das Gehirn den Körper beeinflusst, bestimmen wir, wie wir gesehen haben, durch unser Denken und Fühlen in Wechselwirkung mit Handlungen.

Jetzt wird mancher sich vielleicht fragen, wie es einem immateriellen Gedanken gelingt, die »materiellen« Moleküle im Gehirn zu bewegen, bzw. dieses zu veranlassen Botenstoffe auszusenden? Die Wissenschaft rätselt immer noch darüber, wie das Gehirn unsere Gedanken und Gefühle in ein ganz bestimmtes Muster von Neurotransmittern und Peptiden übersetzt, oder anders ausgedrückt, wie ein geistiger Impuls über eine Reaktion im Gehirn zu einem fühl- und sichtbaren Ergebnis wird. Das Problem dabei ist, dass sie immer noch zwischen dem Geistigen und Stofflichen trennt. Das Stoffliche baut sich aus Elektronen und anderen Bestandteilen des Atoms auf, welche jedoch keine Materie an sich sind. Diese einzelnen Bestandteile des Atoms, selbst der Atomkern, sind letztendlich nur Energieballungen, was heißt, dass die Materie als solche gar nicht existiert, wir nehmen sie nur als solche wahr. Sie ist eine Definition unserer Wahrnehmung und notwendig, damit wir auf dieser Ebene der Wahrnehmung handeln und überleben können.

Materie ist Energie, und unsere Gedanken sind es ebenfalls. Die Energie gerichteter Gedankenkraft, sprich Konzentration, auf innerhalb oder außerhalb des menschlichen Körpers existierende Dinge, lässt sich heute messtechnisch nachweisen. Ein Gedanke ist - im günstigen Fall – gelenkte, zielgerichtete Energie, ein Veränderungen bewirkender geistiger Impuls. Er ist die Willensäußerung und die Kraft des Geistes, der alles formt, bewegt, verändert, erschafft und zerstört - durch seine Absicht, denn Energie folgt der Aufmerksamkeit. Von daher kann man leichthin nachvollziehen, wie die Energie (-Strudel) unserer Gedanken die Energiestrudel des »Stofflichen« beeinflussen.

Dies ist die Aussage alter Kulturen seit Tausenden von Jahren, nämlich das der Körper, wie alles andere, eine Projektion unseres Bewusstseins, unseres Geistes, ist. Die heutige Wissenschaft scheint in dieser Hinsicht Fortschritte zu machen. Unsere Physiker erkennen und geben immer offener zu, dass das Universum und alles Leben ordnenden Prinzipien zugrunde liegt, die geistigen Ursprungs sein müssen. Der Geist kam nicht erst mit dem Menschen und seinem Gehirn in die Welt.
Die Physik kann bis heute nicht beweisen, dass ein Ding tatsächlich existiert! Materie ist nur eine Interpretation unserer Wahrnehmung. Begeben wir uns auf die kleinste (?) Ebene der Teilchen und beobachten ein solches (mit den entsprechenden Apparaten der Wissenschaftler), dann sind wir buchstäblich nicht dazu in der Lage, dieses Teilchen zu definieren - es zeigt sich als Teilchen oder als Welle, je nachdem, worauf wir unsere Aufmerksamkeit und Beobachtung ausrichten, also das, was wir beobachten wollen. Dies relativiert zusätzlich den Raumbegriff, so wie wir ihn verstehen bzw. wahrnehmen.
Diese Ebenen der Schöpfung werden wir vielleicht nie erklären, nur erfahren können, da der Verstand, das Denken, materiell ausgelegt ist.

Welchen praktischen Wert hat dies alles nun für den Heil Suchenden?
Zum einen zeigt es uns die eigene Verantwortlichkeit für unsere eigenen Gedanken, zum anderen auch, welche Möglichkeiten damit verbunden sind, etwas für unser Wohlbefinden und die Gesundheit zu tun. Hierbei können wir mit Suggestionen arbeiten, wenn wir nicht dem Versuch unterliegen, etwas bekämpfen zu wollen. Krankheit hat immer etwas mit Über-Spannung zu tun, mit Bedingungen und Forderungen die wir oder andere an uns stellen. Auch Angst und Unentschlossenheit schwächen das Immunsystem. Es geht darum, das, was ist, zu akzeptieren und dann loszulassen, zu entspannen, und sich dabei dem erwartungsfrohen Glauben hinzugeben, dass positive Veränderung möglich ist, und geschehen wird. Dann können die Lebenskräfte wieder frei fließen und werden alles Belastende hinweg spülen. Freude und Dankbarkeit führen zur stärksten Stimulation unseres Immunsystems!

Welch heilende Kraft eine positive Erwartung, die Hoffnung auf Heilung und der Glaube an die Wirksamkeit einer Behandlung bzw. Medizin oder an die Fähigkeit des Heilers haben können, weiß man aus medizinischen Erkenntnissen (Placebo, Suggestion, Hypnose) schon sehr lange. Leider hat die Medizin - bei allen Fortschritten - es bevorzugt, die Menschen von teuren Apparaten und Pillen abhängig zu machen, anstatt sie dahin zu schulen, wie sie durch lebensbejahendes Denken frei werden können von Plagen und Krankheiten. In China galt jener Arzt als der fähigste, der es verstand, Gesundheit zu erhalten, und nicht Krankheiten zu bekämpfen!

Die Neuroimmunologie hat bei Krankheiten erfolgreich das Visualisieren eingesetzt. Dabei gestaltet man im entspannten Zustand innere, positive Bilder, die keineswegs plastisch erscheinen müssen. Es reicht, wenn man sich eine (gefühlsmäßige) Vorstellung machen kann, die Qualität der Visualisierung ist nicht vorrangig, sondern die dahinter stehende Absicht. Die körperchemischen Abläufe sind die gleichen, wie bereits oben beschrieben, die Vorgänge der »Manipulation durch den Geist« funktionieren bis zur zellulär-genetischen Ebene. Wir beeinflussen durch unser Denken auch unsere Gene, die ebenfalls über Selbstheilungsmechanismen verfügen.

Übrigens hat man durch Untersuchungen, z. B. an Schauspielern, festgestellt, dass es völlig unerheblich ist, ob wir einen Gemütszustand tatsächlich erleben, nur spielen oder uns sogar nur vorstellen! Zum Beispiel Erinnerungen an frühere schöne Erlebnisse. Es ergibt in allen Fällen dieselben Blutwerte und eine erhöhte oder entsprechend verringerte Immunaktivität. Das bezieht sich auch auf unser Lachen. Im Gehirn laufen die gleichen Vorgänge ab, wenn wir aus Freude lachen, oder »nur so tun«, als ob wir lachen. Vielleicht bewirkt dies bei dir ja, falls deine Begeisterung mal nicht so groß ist, dass aus deinem »körperlichen« (gekünstelten) Lachen ein inneres, heiteres Lachen wird. Lachen führt zur Ausschüttung von Glücks- und Wachstumshormonen und kann, wenn es etwas länger andauert, sogar ein halbstündiges Entspannungstraining ersetzen.

Also - lach mal wieder!  :-)