Wie viel Wasser ist gesund?

 

Getränke- und Werbeindustrie, Ärzte und Ernährungsberater drängen uns dazu, viel Wasser zu trinken. Eine Ärztin platzte mir gegenüber spontan heraus "viel zu wenig!", als ich ihre Frage nach meinem Wasserverbrauch mit ca. 1,5 Liter pro Tag beantwortete. Bislang gibt es keine wissenschaftlichen Belege für die heutigen empfohlenen Wassermengen.

Pauschale Richtlinien, die gegen 2 Liter und mehr pro Tag tendieren, sind also schlicht Unfug. Muss man alle möglichen Alters-, Berufs-, Sport- und sonstige Gruppierungen auflisten, um klarzumachen zu können, wie unsinnig es ist, gleiche Wassermengen für alle zu proklamieren?

Erster Indikator für Wasserbedarf ist - Durst!
Zuviel Wasser belastet Kreislauf, Nieren und Zellen.
Die Makrobiotik nach Georges Ohsawa empfahl sogar so wenig wie möglich zu trinken. Ich habe es vor ca. 25 Jahren ausprobiert, und habe keinerlei Beeinträchtigung erfahren. Heute trinke ich gerne und Ausgewähltes, jedoch nie übermäßig. Zu viel Wasser schon am Morgen, so aus Gewohnheit ein bisschen vorsorgen, gerade in den heißen Sommerwochen, führten eher zu Unwohlsein - ein leerer Magen morgens Früh ist mir lieber.

Eine andere Beobachtung ist, dass auch an heißen Tagen kaum mehr Wasserbedarf entsteht, sondern dieser eher von der Art sich zu ernähren abhängt. Pizza zum Beispiel macht durstig, was jeder kennen dürfte.

Die russische Wissenschaftlerin Galina Schatalova, die den Ernährungsbedarf für Höchstleistungssportler in staatlichem Auftrag untersuchte, riet ebenfalls klar von zu viel Wassertrinken ab. Folgende Erfahrung schildert sie in ihrem Buch "Wir fressen uns zu Tode":

Deshalb verendet man am besten destilliertes oder Quellwasser, sofern die Quelle sauber ist. Dabei sollten Sie ohnehin möglichst wenig Wasser zu sich nehmen. Die von mir durchgeführten Versuche zeigen, dass ein gesunder Mensch, der sich streng an die Empfehlungen der artgerechten Ernährung hält, sogar unter extremen Wüstenbedingungen mit einer minimalen Wassermenge auskommen kann.

Wie groß ist überhaupt der Wasserbedarf eines wirklich gesunden Menschen bei einer rationellen, d.h. artgerechten Ernährung? Als ich mich mit der Optimierung des Wasserverbrauchs beschäftigte, habe ich weitgehend meine früheren Beobachtungen an den örtlichen Bewohnern benutzt, als diese noch nicht durch eine Vielzahl von Brunnen verwöhnt waren. Schon damals verwunderte mich, dass sie auf ihren kilometerlangen Märschen durch die Wüste lediglich zwei keine Flaschen Wasser bei sich trugen.

Wir brachen auf, und in der Tiefe der Wüste, als die Hitze an ihrem höchsten Punkt schien, entschloss ich mich, einen kleinen Selbstversuch zu unternehmen: Ich nahm einen kleinen Schluck lauwarmen Wassers aus der Flache. Was ich dann erragen musste, ist schwer in Worte zu fassen. Mich überkam ein wahnsinniger Durst.

Zeitweise dachte ich, verrückt zu werden. Ich hatte das Gefühl, dass ich mir auch einen ganzen Kübel Wasser hineinschütten könnte, wenn ich die Möglichkeit hätte, oder gar zwei oder drei. Aber kaum hatte ich am Rastplatz eine Tasse heißen Tees getrunken, war alles wie weggewischt. Der Grund liegt meines Wissens in der Struktur des Wassers bei unterschiedlichen Temperaturen. Als Konsequenz trank ich auf meinen folgenden Wüstenmärschen - und es waren insgesamt vier - zusammen mit meinen Begleiter nur strukturieres Wasser und hatte keinerlei unangenehme Empfindungen. Und wenn der Durst allzu groß wurde, nahm ich einen Stein in den Mund, um die Absonderung von Speichel zu stimulieren, d.h. einer Flüssigkeit, die vermutlich strukturiert ist.

Die von mir durchgeführten Untersuchungen erlaubten mir folgenden Schluss: Wenn der Organismus sich artgerecht ernährt, kann er mit einem bis zwei Litern Wasser pro Tag wunderbar auskommen, selbst wenn er nicht an die Hitze gewöhnt ist. Dann braucht er keine 10 bis 16 Liter wie jene Menschen, die auf ihren Wüstenmärschen nach den Regeln der ausgewogenen Ernährung leben.

Die Folgen von zu viel Wasseraufnahme können sein:
 

Wasservergiftung

Was ist das? Einer Wasservergiftung erliegen wir, wenn durch zu viel Wasseraufnahme, auch über mehrere Stunden verteilt, dadurch der Elektrolythaushalt (Salze und Minerale) empfindlich gestört ist, d.h. es dringt zu viel Wasser in die Zellen ein und dieses verringert die Salzkonzentration auf ein gefährliches bis lebensgefährdendes Maß. Denn es kann Nieren, Herz und Gehirn schädigen; Menschen sterben tatsächlich, weil sie zu viel Wasser trinken.

 

Die richtige Ernährung für einen gesunden Wasserhaushalt

Anstatt pauschale Wassermengen anzuraten, wäre es in jeder Hinsicht vorteilhafter, mehr und vorrangig Obst zu essen. Frisches Obst enthält reinstes Wasser, welches am besten vom Körper assimiliert wird. Je mehr wir unsere Obstanteile in der täglichen Ernährung erhöhen, je weniger (belastetes und belastendes) Wasser müssen wir trinken, und der Stoffwechsel kann wieder natürlicher, vollkommener und energiesparender arbeiten.


Galina Schatalova: