Lokale und persönliche Selbstversorgung

 

Es gibt ein zunehmendes Erwachen in der Welt. Was vereinzelt zu beobachten war, irgendwo in der Welt, wird zu einer globalen Entwicklung; lokale Selbstversorgung. Stichwörter dazu sind "Essbare Städte", "Essbare Viertel", "lokale Selbstversorgung", "Urban Gardening", "Food Forests" ...

Zum einen möchten die Menschen "saubere" Lebensmittel, sie möchten unabhängig sein von intransparenten Industrie-Erzeugnissen, legen immer größeren Wert auf Lebensmittel, die frei von giftigen Pestiziden und Gen-Manipulationen sind, über deren Wirkung auf die Gesundheit der Natur und des Menschen es bislang keine Langzeitstudien gibt. Zum anderen hat das Konzept "Essbare Städte" tendenziell eine gewaltige ökologische Bedeutung. Auch in Hinblick auf drohende Wirtschaftskrisen kann das Thema "lokale Selbstversorgung" noch eine überlebenswichtige Rolle spielen. Allerdings erst dann, wenn ein Großteil der Versorgung tatsächlich über städtische Anbauflächen und in freier Selbstorganisation erfolgt.

In Osnabrück gibt es eine Initiative "Essbare Viertel", die unter der Rufnummer 0171 7933829 zu erreichen ist.

Linkverweise zum Thema:

Wie wichtig die Selbstversorgung, staatlich und privat, geworden ist, zeigt zum Beispiel das Video The Great Indian Vegetable Scam - 101 Underground - 101India (in englisch). Netzfrauen.org haben dazu eine Zusammenfassung geschrieben, die wirklich schockierend ist. Unsere Grundnahrungsmittel, Obst und Gemüse, werden vergiftet.

Kein Land, auch Deutschland nicht, ist auf Nahrungsmittel-Importe angewiesen, wenn auf den Missbrauch der Ackerböden verzichtet wird. Das heißt kein Raps-Anbau, kein Futtermittel-Anbau, deutlich weniger Weideflächen für Massentierschlachtungen, keine Zerstörung des Regenwaldes für Palm-Öl. - All dies geschieht ausschließlich aus einer krankhaften Gewinnsucht. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich eine Parzelle (Schrebergarten) mieten, um zumindest einen kleinen Teil an Selbstversorgung sowie Tausch mit anderen Nahrungsgütern umzusetzen.

Wir brauchen die Großindustrie nicht - sie braucht uns. Streuobstwiesen gibt es ganz sicherlich auch anderswo, als nur in Osnabrück. Cuba zeigt uns ein Beispiel, wie es aussehen könnte: "In mehr als 8000 Gärten auf dem Stadtgebiet wird fast 50 Prozent (!) allen Gemüses im Land produziert. Fast alles wird organisch gezogen, vieles sogar im selben Stadtviertel, in dem es dann auf dem Teller landet. Für den Transport genügen oft ein Hand- oder Pferdekarren."  *2) Man denke einmal darüber nach, was das für die Ökologie bedeutet. - Keine großen Transportwege mehr (weniger Lärm und Abgase auch in den Städten), fair-gehandelte Ware, keine Chemikalien mehr in der Nahrung, weniger verdorbene und weggeworfene Lebensmittel ...

Landwirtschaft muss nachhaltig werden. Wir brauchen wieder Kleinbauern, möglichst alte (ungezüchtete) Obst- und Gemüsesorten, und Saatgut, das frei von Genmanipulationen und Patenten ist. Es ist absurd, dass Bauern patentiertes Saatgut kaufen müssen.

"Schon immer haben Bauern einen Teil ihrer Ernte zurückbehalten und daraus ihr eigenes Saatgut selektiert, vermehrt und mit ihren Nachbarn getauscht. In vielen Ländern spielt diese traditionelle Produktion von Saat- und Pflanzgut auch heute noch eine große Rolle. Doch kann jeder Landwirt das einmal erworbene Saatgut weiterzüchten, gehen den Zuchtbetrieben viele potentielle Käufer durch die Lappen. Ein wirtschaftlich genialer Schachzug der Saatgut-Großkonzerne ist im Vergleich dazu das Hybridsaatgut. Das Hybridzüchtungen sind so verändert, dass die erste Ernte bei optimaler Versorgung mit Wasser, Dünger und Pestiziden einen 15-30% höherer Ertrag abwirft, die nächste Generation des Saatguts aber wieder in eine Vielzahl unterschiedlicher Pflanzenformen aufgeht. Ein Nachbau ist mit modernen Hybriden meist nicht möglich, was einem „eingebauten“ Sortenschutz gleichkommt. Um die Erträge auf hohem Niveau zu halten sind die Bauern gezwungen, jedes Jahr neues Saatgut zu kaufen."  *3)

 

Streuobstwiesen

Ein großes Problem für Naturkostler dürfte das heute hochgezüchtete, säure- und zuckerreiche Obst sein, welches in den Supermärkten liegt; zuviel davon ist einfach ungesund! Auch auf den Wochenmärkten finden wir keine alten Obstsorten, das meiste ist Importware. In Osnabrück und Umgebung gibt es jedoch sogenannte Streuobstwiesen, die für jedermann frei zugänglich sind und abgeerntet werden dürfen.

"Jedem ist es erlaubt, sich dort an der Ernte zu bedienen. Nach Angaben der Stadt sind auf den Streuobstwiesen überwiegend alte und regionaltypische Sorten zu finden, die auch für Allergiker verträglich sein sollen. Insgesamt gibt es in Osnabrück 22 Streuobstwiesen in städtischer Hand." Die Stadt bittet darum, "pfleglich mit den Streuobstwiesen umzugehen. Nicht erlaubt sind das Befahren mit Autos, das Klettern auf Bäume und das Abbrechen von Ästen und Zweigen. Tiere sollten ungestört bleiben, Feuer dürfen nicht entzündet und Müll nicht hinterlassen werden."  *1)

 

Ein fettes Lob an die Stadt Osnabrück! :-)­­


*1) noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/770169/hier-gibt-es-gratis-obst-in-osnabrueck
*2
) geo.de
*3
) Saatgut-Privatisierung: Monsanto und Co. auf dem Vormarsch

 

Siehe auch Thema Selbstversorgung auf der Seite Links zu Ernährungsthemen.