Der vegetarische Dickdarm

 

Prof. A. Ehret, Fasten-Pionier und Obst-Kostler, betonte immer wieder die Wichtigkeit einer gründlichen Darmreinigung, besonders des Dickdarms und verwies darauf, dass sich dort über Jahre und Jahrzehnte kiloweise (!) Verdauungsreste ablagern würden; verhärtend, verfaulend und gärend. Diese Zersetzungsprozesse vergiften unseren Körper und machen uns krank; der vegetarische Dickdarm wird praktisch zweckentfremdet.

Es darf hier vermutet werden, dass aus dem Grunde gerade der Dickdarm betroffen ist, weil dieser prinzipiell völlig zweckentfremdet wird und den Massen an Fremdstoffen, an falscher Nahrung, nicht mehr Herr wird, so dass diese nicht mehr ausreichend verdaut und abtransportiert werden können. Die Funktion des Dickdarms ist nämlich von einer Weise, welche von der Wissenschaft bislang nicht zur Kenntnis genommen wird.

Die russische Ärztin (Neurochirurgin) und Wissenschaftlerin Galina S. Schatalova beschreibt in ihrem Buch "Wir fressen uns zu Tode" (eine etwas suboptimale Übersetzung des Original-Titels "Выбор пути" ("Vybor Puti" - "Die Wahl des Weges"), wie der Dickdarm im besten Fall arbeitet.

Es bedarf einige Wochen, eher Monate Naturkost, d.h. frisches Obst und etwas Gemüse, bis der Dickdarm, und natürlich alle anderen Organe, wieder sein normales, gesundes bakterielles Milieu hergestellt hat, um optimal funktionieren zu können. Sobald dies der Fall ist, erlangt der Dickdarm mithilfe seiner Darm-Flora wieder die Fähigkeit, aus den pflanzlichen Nahrungsbestandteilen essentielle Aminosäuren und Vitamine zu produzieren! Und zwar auch diejenigen Aminosäuren, von denen man uns gerne einflüstern möchte, diese müssten zwingend über denaturierte Eiweiße, totes, faulendes Fleisch und Kuhmilch (optimal natürlich für Kälber!) dem Körper zugefügt werden!

Frau Schatalova bezieht sich bei ihren Beschreibungen hierzu auf die wissenschaftlichen Experimente von Alexander Michailowitsch Ugolev, Ernährungswissenschaftler und Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften. Damit ist das Thema jedoch nicht erschöpft. Es gab bereits in den 70er (!) Jahren wissenschaftliche Experimente, die belegten, dass der menschliche Körper in der Lage ist, aus dem Luft-Stickstoff Eiweiß zu produzieren. Dies erklärt, warum die Vegetarier bis heute nicht ausgestorben sind und warum es ernährungsmäßig autarke Volksgruppen gibt (wie z.B. in Neuguinea, s. weiter unten), die mit deutlich weniger Eiweiß-Zufuhr, vor allem kein tierisches (!), anstatt den von den Ernährungsmonopolisten empfohlenen Mengen gesund und leistungsfähig bleiben. Bis heute wird das Dogma vertreten, nur die sogenannten "Knöllchenbakterien" wären dazu imstande, Stickstoff aus der Luft zu binden, um den Pflanzen für ihre Eiweißgewinnung zur Verfügung zu stehen.

"Beginnen wir mit den unbestrittenen, wissenschaftlich anerkannten Fakten. Wir wissen, dass im Eiweiß Stickstoff, Sauerstoff, Wasserstoff, Kohlenstoff und einige andere chemische Elemente enthalten sind, die in größerer oder kleinerer Menge auch in der Erdatmosphäre existieren. In der Luft, die wir atmen, befinden sich ungefähr 79 Prozent Stickstoff, fast 21 Prozent Sauerstoff, Spuren von Kohlendioxid, Helium und vielen anderen Gasen.

Viele Jahre lang hat man angenommen, dass Pflanzen und Tiere den freien Stickstoff der Luft nicht binden können. Diese Fähigkeit wurde nur einigen Bakterien zugeschrieben, die im Boden leben. Es wurde behauptet, dass sie beinahe die einzigen Lieferanten von gebundenem Stickstoff an die Pflanzen sind, welche daraus pflanzliches Eiweiß bilden. Die Tiere, welche diese Pflanzen zu sich nehmen, wandeln das pflanzliche Eiweiß in tierisches um. Der Mensch, der Früchte, Pflanzen und Tiere isst, erhält auf diesem Weg das ganze erforderliche Spektrum an Eiweißen.

Aber die jüngsten Forschungen haben keinen Stein dieses primitiven Schemas auf dem anderen gelassen. Es wurde z. B. nachgewiesen, dass die grüne Masse der Pflanzen zu neun Zehnteln aus gebundener Energie der Sonne und aus Gasen der Atmosphäre besteht - unter anderem auf Grund der Assimilation von Stickstoff aus der Luft.

Aber vielleicht sind Pflanzen die einzige Art von komplizierten lebenden Organismen, welche in der Lage sind, unmittelbar Luftstickstoff zu binden und aus ihm Eiweiß zu bilden? Eine Reihe von Untersuchungen gibt uns Grund zur Annahme, dass dies nicht der Fall ist. Die ersten Zweifel streute bereits Iwan Michailowitsch Setschenow (russischer Physiologe, 1829-1905). Er hat festgestellt, dass im arteriellen Blut, das durch die Gase der Atmosphäre angereichert ist und sie in die Zellen transportiert, bedeutend. mehr Stickstoff enthalten ist als im venösen Blut. Setschenow gab keine Antwort auf die Frage, was denn mit dem Stickstoff in unserem Körper geschieht. Angesichts der labortechnischen Möglichkeiten Ende des 19. Jahrhunderts war das auch nicht zu erwarten. Aber warum die moderne Biologie keine Eile hat, sich dieser Frage anzunehmen, ist schwer zu sagen.

Nichtsdestoweniger kann man dank der Arbeiten vereinzelter Enthusiasten mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit behaupten, dass unser Organismus das verbrauchte Eiweiß auch mittels der Aneignung von gasförmigem Stickstoff ersetzt. 1970 erschien in Gorki das Buch eines bemerkenswerten Menschen, des russischen Wissenschaftlers Wolski: »Die Bindung von Stickstoff durch Pflanzen und Tiere«. Leider blieb es von den meisten Wissenschaftlern unbemerkt. In einer Serie von einfachen und scharfsinnigen Versuchen wies Wolski nach, dass der Prozess, der von ihm im Buchtitel formuliert wurde, tatsächlich vor sich geht."

("Wir fressen uns zu Tode", Galina Schatalova *1)

Das gleiche Dickdarm-Stickstoff-Phänomen wurde in einer Ernährungsforschungsexpedition *2) bei der Bevölkerung von Neuguinea entdeckt, die sich nach unseren Maßstäben extrem einseitig ernährt (und kerngesund sind), und bestätigt somit die Entdeckungen der oben angeführten russischen Wissenschaftler.

 

Dr. Hanish schreibt in "Atem- und Gesundheitskunde": "Der Hauptgrund, warum der Nahrungsmittel-Chemiker das Fleisch als Nahrungsmittel hoch einschätzt, ist der hohe Stickstoffgehalt des Fleisches. Es gibt aber verschiedene Arten von Stickstoff, die verschieden auf die menschlichen Organe wirken. Der Stickstoff des Weizens, der Hülsenfrüchte, der Pilze wirkt ganz anders als der Stickstoff des Fleisches."

Das wir Menschen, die "Krone der Schöpfung (!), millionenfachen Tiermord begehen, auf schrecklichste Weise, um "unseren" Eiweißbedarf decken zu können, ist komplett absurd, ein apokalyptischer Irrtum. Jeder, der dies meint, sollte "seine" Tiere selber schlachten! Unser Verdauungssystem, nicht nur der Dickdarm, ist darauf ausgelegt, Pflanzen zu verarbeiten, genauso wie unser Gebiss, über das man noch erwartet zu hören, wir wären Fleischesser, weil wir Zähne haben.

 

*1) siehe auch den Artikel: Wie viel Eiweiß braucht der Mensch wirklich?

*2) Exology of Human Nutrition in New Guinea. Evaluation of Subsistence Patterns. By Prof. Dr. H.A.P.C Oomen, Dept. Of Tropical Hygiene, Royal Trop. Insti. Amersterdam, in: Ecology of Food and Nutrition I, pp 1-16. Gordon and Breach Science Publishers Ltd. – Distribution of Nitrogen and Composition of Nitrogen Compounds in Food, Urine and Faeces in Habitual Consumers of Sweet Potatoues and Taro. Weitere Verweise: