Sind Krebsoperationen Verbrechen?

 

Dies ist ganz sicher eine sehr provokante Frage, und wir wollen hier nicht soweit gehen, zu sagen, in jeder Frage würde bereits die Antwort liegen. Deshalb lassen wir an dieser Stelle einmal jemanden zu Wort kommen, der diesen Gedanken gar nicht erst zu einer Frage formulierte sondern gleich als Behauptung aufstellte  - Professor Dr. med. Albert Adamkiewicz, 1917 (!)  in seiner Broschüre "Krebsoperationen sind Verbrechen!"

 

Zitat Anfang

Der aus den finstersten Zeiten der Tyrannenwillkür bis auf den heutigen Tag der angeblichen Kultur, Civilisation und Aufklärung ungeschwächt seine Herrschaft ausübende Menschenwürger ist der Krebs . Und die Komplicen seines blutigen Handwerks sind die nicht weniger von Blut triefenden Hände, welche, trotzdem die Wissenschaft das Wesen des Krebses als einer parasitären, den ganzen Körper des Kranken durchseuchenden Krankheit erwiesen und damit dargetan hat, daß der Krebs nur durch einen den ganzen Körper durchdringenden und ihn von den Krankheitskeimen reinigenden Heilstoff, wie es mein Kankroin ist, geheilt werden kann, mit souveräner Verachtung der Wissenschaft, der Wahrheit und der Menschenerlösung bei der mittelalterlichen und barbarischen, dafür aber lukrativen und bequemen Methode des Messers verharrt, das mit seiner Rohheit trotz seiner furchtbaren örtlichen Verwüstungen zwar dem im ganzen Körper verbreiteten Krebs nichts anhaben kann, dafür aber die Kranken verletzt, verstümmelt und mordet.

Der Krebs, der, wie ich nachgewiesen habe, ein tierischer Parasit, ein Einzeller, ein Protozoon und zwar eine Coccidie ist, verbreitet sich von der Stelle seines Eintrittes in den menschlichen Körper durch die von ihm ausgesäten Keime mittels des Blutkreislaufes schnell über den ganzen Körper aus. Und wenn er an der Eintrittsstelle zu einem sicht- und operativ angreifbaren Knötchen angewachsen ist, ist er längst zu einer Allgemeinerkrankung des ergriffenen Körpers geworden, dem es absolut nichts mehr nützen kann, wenn man nur den sichtbaren Herd, die Eintrittsstelle des Krebses, aus dem mit seinen unsichtbaren Keimen bereits durchsetzten Körper entfernt, diese Keime aber in ihm zurückläßt, Daher geschieht es denn auch regelmäßig, daß, wenn die sichtbare Krebsgeschwulst operativ entfernt worden ist, die unsichtbaren Keime nachwachsen und dann die sichtbaren sog, „Metastasen“ hervorbringen, durch welche der Kranke ebenso sicher, als grausam verwüstet und zugrunde gerichtet wird.

Die Behauptung der Chirurgen, man könne der Entwickelung der Metastasen durch eine sog. „Frühoperation“ zuvorkommen, ist nicht nur ein Widerspruch gegen sie selbst, da sie nur auf dem Grunde meiner parasitären Theorie des Krebses einen Sinn hat, die die Chirurgen anzuerkennen nicht über sich gewinnen können, weil sie ihrer örtlichen Behandlung des Krebses jeden wissenschaftlichen Boden, also jede Berechtigung nimmt, sondern auch ein absoluter wissenschaftlicher Nonsens, weil, wie ich festgestellt habe, der Krebs, so lange er noch keine sichtbaren Knoten hervorgebracht hat, auch nicht sicher festgestellt werden kann und weil, wenn er erst, sei es mikroskopisch oder klinisch, mit Sicherheit erkannt wird, jedesmal bereits den ganzen Körper ergriffen hat, also eine Allgemeinaffektion darstellt, bei der das Messer absolut nichts zu schaffen hat.

Das operative Verfahren ist als „Heilmittel“ des Krebses auch noch aus anderen und zwar den allergewichtigsten Gründen absolut zu verwerfen.
Die Chirurgie schreibt nämlich vor, man müsse bei der operativen Behandlung des Krebses „möglichst weit vom Krankheitsherd tief im gesunden Gewebe schneiden“.
Ganz abgesehen davon, daß auch diese Vorschrift, wenn auch unbeabsichtigt, eine Anerkennung meiner Theorie vom Parasitismus des Krebses ist, weil sie direkt den Krebsherd als einen Infektionsherd für seine Umgebung erklärt, so führt sie noch zwei sehr große Schädigungen für den kranken Körper ein.
Die eine dieser Schädigungen kann sehr schnell eintreten und dem Kranken direkt ans Leben gehen. — Das ist der sog. „Traumatische Insult“, der wie ein lähmender oder tödlicher Schlag (Choc) wirkt und jede schwere Verletzung begleiten kann.

Die andere Schädlichkeit, die dem operativen Eingriff anhaftet, und von der die Chirurgie sicher nichts weiß, ist um so gefährlicher, als sie sich langsam und allmählich entwickelt und, abseits von allen sichtbaren Gefahren, ganz tükkisch und heimlich sich an die Quellen des Lebens heranschleicht.

Die gesunden Gewebe sind nämlich die Träger der natürlichen Funktionen des lebenden Körpers und als solche, zumal im kranken Körper, die unentbehrlichen Wurzeln des Lebensbaumes .

In demselben Verhältnis als an diese Wurzeln die Axt gelegt wird, — und welch’ eine Axt dieses kalte, blutfrohe, verantwortungslose und haarscharf geschliffene chirurgische Messer! — muß der Lebensbaum leiden und um so schneller und sicherer verdorren, je mehr seiner Wurzeln ihm bereits seine Krankheit zerstört hat.

Das ist der Grund, weshalb, wie ich das an anderer Stelle genauer ausgeführt habe, Krebskranke nach schweren Operationen, trotzdem, wie die Phrase lautet, sie „gelungen“ sind, an den sonst so rätselhaften Erschöpfungen verlöschen.

Entgehen die Operierten dieser Charybdis, der Erschöpfung, so verfallen sie um so sicherer der Skylla der Metastasen, als diese sich in dem durch die Operation verminderten Rest an gesundem Gewebe ausbreiten müssen und so noch diesen letzten so überaus notwendigen und unentbehrlichen Rest von Lebensquellen verschütten.

Durch die Irrlehre von der sog. „Frühoperation“ und die lügenhaften Warnungen ihrer Apostel, die Zeit für die „erfolgreiche“ Operation könne durch Schwanken und Säumen verpaßt werden“, wird das vor jeder Aufklärung mit allen Mitteln einer verkommenen und beutegierigen Journalistik zurückgehaltene Publikum in eine Art „Kankrophobie“ hineingehetzt und verführt, auch bei dem bedeutungslosesten Anlaß Krebs zu befürchten und besinnungslos vor Angst wie eine Herde von Schafen sich zur Schlachtbank treiben zu lassen.

Wenn auch solche, an einer Psychose, aber nicht an Krebs leidende Kranke ihren Wahnsinn nicht immer mit ihrem Leben bezahlen, so tragen sie doch häufig ganz unnötiger Weise Verstümmelungen oder Verkrüppelungen davon, an denen sie das ganze Leben zu tragen haben und die ihnen zum mindesten den Genuß und die Freude am Dasein vergällen oder ganz zerstören.

Es kann daher nicht dem geringsten Zweifel unterliegen, daß solche, sagen wir, fiktive Operationen und die sie unterstützende käufliche Presse je nach Art ihres Betriebes und ihres Ergebnisses in die Kategorie des Betruges der leichteren oder schwereren Körperverletzungen, des Totschlages und sogar des qualifizierten Mordes gehören und gewiß nicht aus dem Grunde straflos bleiben dürfen, weil sie aus Unwissenheit, Leichtfertigkeit oder bewußt unlauteren Motiven verübt werden und unbegreiflicher Weise unter dem Schutz veralteter, aber heute infolge der wissenschaftlichen Krebserkenntnis unentschuldbar gewordener Privilegien stehen. Wie später gezeigt werden wird, hat daher schon im Altertum ein Gesetz (Lex Cornelia, 88 v. Chr.) solche Verbrechen bestraft. — Und es war erst der erleuchteten „Civilisation“ vorbehalten, hier das Rechtsgefühl des klassischen Altertums zu ersticken.

Ueber die Operation beim Krebs sprechen jedenfalls Erfahrung, Wissenschaft und Moral, also ein verläßliches Kollegium, ein verdammendes Urteil.

Sie sollen auf Grund der von ihnen ein Anderen und an sich selbst erlebten Schicksale folgende beiden Fragen beantworten: 1.) Was lehren ihre eigenen Erfahrungen betreffs ihrer an Anderen ausgeführten Krebsoperationen, —- was lehrt ihre Statistik? 2.) Was bekunden sie durch ihr Verhalten und ihr Erleben, wenn sie selbst an Krebs erkranken und sich dann nolens volens der Operation unterwerfen?

 

a) Bedeutung der Statistik.

Was beweist nun die Statistik der von den chirurgischen Auserwählten geleisteten Krebsoperationen?

Der Französische Chirurg Poirier, ein Spezialist für die Operation des Zungenkrebses, teilte (1906) eine solche Statistik mit. Sie lautet, daß er von seinen Patienten allein durch die Operation 10 % (!) verloren habe. Wieviele von den durch die Operation nicht direkt getöteten Krebskranken wirklich gesund geworden sind, das sagt er nicht. — Es kann aber keinem Zweifel unterliegen, daß die trotz der Operation am Leben gebliebenen 90 von 100, wenn sie wirklich an Krebs gelitten haben, nach und nach an ihren Rezidiven gestorben sind. Es ist aber durchaus nicht ausgeschlossen, daß sich unter den durch die Operation sofort getöteten solche befunden haben, welche überhaupt keinen Krebs hatten. Damit also alle wegen Zungenkrebs von Poirier operierten Kranken und zwar einige sofort, die anderen allmählich zugrunde gingen, mußten einige Unglückliche sterben, welche überhaupt keinen Krebs hatten und folglich ohne Operation am Leben geblieben wären.

Herr Prof. Kern (Halberstadt), ein bekannter Spezialist für die Operationen des Krebses der Gallenwege, der auch einen Vorgänger des Herrn Poincare zu Tode operiert hat, — was die Französischen Chirurgen zu der Bemerkung veranlaßte, daß sie das auch selbst ohne Deutsche Spezialisten zuwege hätten bringen können, hat berichtet, daß ihm die operative Behandlung des Krebses der Gallenwege 3 %, sage und schreibe „drei Prozent“, an sog, „Heilungen“ geliefert habe.

Es ist nun durchaus nicht ausgeschlossen, daß unter diesen drei Glücklichen nicht einer oder der andere auch ohne Operation am Leben geblieben wäre, weil er möglicherweise gar keinen Krebs hatte, Daher kann man unter Zugrundelegung der eigenen Statistiken der beiden so angesehenen Chirurgen Poirier und Ke rn die Behauptung aufstellen, daß die Zahl der Opfer, die das Messer bei Krebsoperationen unmittelbar fordert, allein schon je nach der Natur und der Lage der operierten krebskranken Organe 10 bis 100 Prozent der Operierten beträgt, — und daß diesen Opfern überhaupt keine Zahl durch die Operation Geretteten gegenüber steht .

Sind aber die Chancen des Messers beim Krebs bezüglich seiner Heilung nicht nur gleich Null sondern wird diese beklagenswerte Chance noch überkompensiert durch die Opfer einerseits an direkt durch die Operation getöteten Krebskranken und anderseits der falschen Diagnose, d. h. derjenigen, welche an sog. „Krebsoperationen“ sterben, obgleich sie überhaupt keinen Krebs haben; dann lehrt die einzig wirklich wahre und aufrichtige Statistik der Krebsoperationen, daß diese aus der Medizin zu streichen sind, weil sie das Grundgebot der menschlichen Ethik: „Du sollst nicht töten“ verletzen, — ein Gebot, das die Medizin besonders zu achten hat, weil sie zum Heilen da ist, aber nicht zum Morden.

b) Eigene Erlebnisse

Was nun die Erfolge der an Chirurgen von Rang selbst in den letzten Jahren ausgeführten Krebsoperationen betrifft, so lehrt der nachfolgende Bericht, daß auch die scheinbaren Günstlinge des Verhängnisses in der Tragik ihres Schicksals nicht nur nicht besser, sondern noch um eine Stufe schlechter gestellt sind, als ihre profanen Leidensgenossen, weil sie als Wissende dort nichts mehr erwarten, wo die Nichtswissenden wenigstens noch hoffen.

(A. Adamkiewicz lässt hier einige Beispiele folgen, in denen krebskranke Chirurgen also Opfer ihrer eigenen Methoden wurden und schließlich verstarben.)

Neußer

An das Schicksal dieses bekannten Chirurgen möchte ich zum Schluß noch das eines Internisten knüpfen, weil es gleichfalls nicht nur mit absolut einwandfreier Klarheit die Gemeingefährlichkeit der Krebsoperation beweist, sondern weil es sich auch in diesem Falle wie eine vom Verhängnis vollzogene Strafe für eine an meiner Sache verübte tragische Schuld ausnimmt.

In einem gegen eine chemische Fabrik (M. in D.), der die Darstellung des Kankroin anvertraut war und die Vertragsbruch — in Wahrheit Bücherfälschung und Betrug — beging, wie gerichtsmäßig festgestellt worden ist, ohne daß ihr das „rechtlich“ geschadet hat, hat Herr Hofrat Neußer gemeinsam mit einem chirurgischen Kollegen, demselben der Mikulicz operiert und idann einen Nekrolog für — sich veröffentlicht hat, als sog. „Sachverständiger“ fungiert. Als solcher hat er in Uebereinstimmung mit seinem Kollegen unter Eid erklärt, — wofür sich beide eine ungeheuerliche Sachverständigengebühr haben zahlen lassen und mit Hilfe des Gerichts auch erpreßt haben, —, nicht nur, daß mein 17 Jahre vorher (Untersuchungen über den Krebs, Wien 1893, S, 46 — 89), genau beschriebenes Mittel ein „Geheimnis“ — für sie selbst und ihre Unwissenheit wird es allerdings ein solches sein und bleiben — und das Kankroin, das nie geahnte Erfolge aufweist und überwältigende Triumphe feiert (vgl. Heilung des Krebses. Wien 1903. Forscher 1914, Nr. 8. Fortschritte der Medizin 1917, Nr. 14 und 32), „wirkungslos wie Wasser“ sei, — sondern auch, daß meine von allen unterrichteten und ehrlichen Sachverständigen verstandene und anerkannte Theorie vom Parasitismus des Krebses „unwissenschaftlich“ und das „einzige Mittel, den Krebs zu heilen“ die — Operation wäre.

Einige Jahre nach diesem nicht nur „wissenschaftlich“, sondern auch moralisch mehr als nur bedenklichen Debüt ist Herr Hofrat Neußer selbst am Krebs der Nieren erkrankt. Und obgleich er diese Diagnose an sich sehr früh gestellt hat und obgleich er sich also so „früh als möglich“ und dazu noch von dem von ihm selbst gewählten Chirurgen die kranke Niere hat herausschneiden lassen, so ist er doch sehr bald darauf, — ein (ihn) schlagender Beweis, daß die Operation „das einzige Mittel sei, den Krebs zu heilen“, — und zwar eines besonders elenden Todes gestorben, — immerhin noch glücklicher, also sein sog. „sachverständiger Kollege“, der seine Schmach als moralisch Toter wird zeitlebens tragen müssen, bis er sie selbst endet.

Trotz dieser die mechanische sog. „Behandlung“, in Wahrheit Mißhandlung des Krebses — Operation, Radium, Aetzen und Brennen — verdammenden Erfahrungen wird dieses selbst im Altertum verurteilte System der bewußten Menschenschinderei aus Geldgier straflos an der betörten und planmäßig im Dunkeln gehaltenen Menschheit fortgesetzt und fordert Opfer, die täglich nach vielen Tausenden zählen, die wie die Glieder einer mathematischen Reihe ohne Ende aufeinanderfolgen, deren Einförmigkeit von Zeit zu Zeit nur durch bekanntere Namen unterbrochen wird, wie Kainz, Herzog v. Avarna, Fejervary, Tschirschky, der arme Zeppelin usw. in infinitum, und bei denen man entsetzt sich fragen muß, ob sie nicht dem Leben erhalten worden wären, wenn sie dem Operationswahn nicht anheimgefallen wären!

Es gibt keinen Einsichtigen, der nicht wüßte, daß die Operation den Krebs nicht heilt, und keinen, der nicht davon überzeugt wäre, daß, wenn nach einer eingreifenderen Operation der Kranke stirbt, dessen Tod nicht die Folge der Krankheit, sondern der Operation ist. — Und dennoch wird ohne jedes Zaudern und Bedenken immer wieder und immer wieder weiter operiert.

Dieses wahrheitswidrige, also verbrecherische sog. „Gutachten”, auf Grund dessen die erste Instanz ein für mich ungerechtes Urteil gefällt hat, ist auf dem Wege von der ersten zur zweiten Instanz verschwunden und folglich von den drei Schuldigen unterschlagen worden. Trotzdem hat die zweite Instanz und sogar die dritte das ungerechte Urteil des ersten bestätigt. Mit dieser empörenden Vergewaltigung und Willkür, welche an die Rechtsgräuel des Mittelalters (Las Casas) erinnern, haben sich die Gerichte nicht nur zur Gerechtigkeit und Zivilisation, sondern auch zu den eigenen Vorgesetzten Behörden in Widerspruch gesetzt .

Denn das Ministerium des Innern hat durch Reskript vom 29. Juli 1903 an die N.-Oe. Statthalterei — wörtlich abgedruckt in meiner Broschüre: Der Krebs und die „Goldene Statue, Wien 1905, S. 33 — unter ausführlicher Besprechung sowohl der Zusammensetzung, als der schon damals auf das Sicherste erwiesenen Wirksamkeit des Kankroins meine Methode der unblutigen Krebsbehandlung „im öffentlichen sanitären Interesse“, wie es wörtlich und ausdrücklich im Erlaß heißt, auf das Angelegentlichste empfohlen. Und es haben sowohl der damalige Herr Justizminister (Dr. K.), als auch der Herr Staatsanwalt (Sch.), an den ich mich zum Zweck der Bestrafung der falschen und offenbar gedungenen „Sachverständigen“ gewandt habe, nicht nur im Befremden über das Verhalten der ersten Instanz mir gegenüber ausgesprochen, sondern auch eine Remedur ihres ungerechten Urteils durch die höheren Instanzen erwartet. Auch ihre Erwartung ist getäuscht worden. Solche Mißbrauche in der Rechtspflege können, unmöglich dem Ansehen eines „Rechtsstaates“ nützlich sein, in dem ein Bund „autoritativer“ Ignoranten aus gemeiner und entmenschter Selbstsucht seit bald dreißig Jahren die Menschheit um die Früchte meiner Arbeit,, die hier das höchste menschliche Gut, das Leben, bedeutet, systematisch und, obwohl die Glieder dieses Bundes ebenso viel Todesstrafen verwirkt haben, als sie Tode verschulden, straflos betrügt und in dem Kaiser Josef II. von der Burg aus laut, vernehmlich und. zum Zweck der Nachachtung nicht nur seinem Reich, sondern auch der ganzen Welt verkündet hat:

Justitia regnorum fundaentum.

Im Lichte des nachfolgenden Schreibens, das die von dem Primararzt Dr. Schatzl in Melk wegen Brustkrebs erfolglos operierte und dann von ihm und dem Herrn Oberbezirksarzt Dr, Forstreiter als unheilbar erklärte und aufgegebene, aber von mir in weinigen Tagen auf unblutigem Wege geheilte Kranke („Fortschritte der Medizin" 1916/17, Nr. 32) an mich gerichtet hat und das zugleich nicht nur ein rührendes Zeugnis edler, in unserer Zeit so seltener Dankbarkeit und Gesinnung ablegt, sondern auch ein bedeutungsvolles Kulturdokument darstellt, erhält das an mir begangene, kulturschänderische Rechtsverbrechen noch eine besondere grelle Beleuchtung. Die von mir geheilte Krebskranke schreibt wörtlich:

"Pöggstall bei Melk, 26. 4. 17.

Sehr geehrter Herr Professor! Nicht nur, weil Herr Professor es gewünscht haben, ich solle Nachricht geben über mein Befinden, sondern auch, weil es mich drängt, meine große Freude über - dasselbe kundzutun, richte ich diese Zeilen an Sie.

Denken Sie sich, werter Herr Professor, alle die harten Stellen in der Brust sind verschwunden und fühlt sich diese so weich an, wie vor meiner Erkrankung. Wie glücklich ich darüber bin, können Herr Professor nach meiner Verzagtheit und meinem Entsetzen vor dem qualvollen Hinsterben ermessen. — Was wäre heute mit mir, wenn mir Gottes Fügung nicht den Weg zu Ihnen, dem größten, — dem größten Arzte hätte finden lassen! In Elend und Jammer würde ich den schrecklichsten Qualen entgegengehen, oder dieselben schon erleiden müssen. So aber freue ich mich wieder des Lebens, — bin gerettet. — gerettet!! Durch Ihre hohe Wissenschaft, Ihre Hilfe.

Worte, um meinen Dank hierfür aussprechen zu können, lassen sich nicht finden. Alle, alle sind zu gering. Nur fühlen kann ich die Dankbarkeit und Schuld mit ganzer Seele.

Herr Professor wissen, daß große Worte mir unlieb sind. Hier aber kann ich nicht anders, als es als Verbrechen bezeichnen, daß Ihre große Entdeckung so unterdrückt, so wenig gewürdigt wird.

Möge der liebe Gott Sie nur noch recht lange gesund erhalten zum Wohle der armen, der ärmsten Menschen und Ihnen die Zeit endlich die verdiente Anerkennung, — den Sieg über all’ die niedrigen, Sie hemmenden Kreaturen erleben lassen. — Dies aus dankerfülltem, ehrlichem Herzen wünschend, zeichnet

hochachtungsvoll
Baronin v. C.

Es gibt keinen Einsichtigen, der nicht wüßte, daß die Operation den Krebs nicht heilt, und keinen, der nicht davon überzeugt wäre, daß, wenn nach einer eingreifenderen Operation der Kranke stirbt, dessen Tod nicht die Folge der Krankheit, sondern der Operation ist. — Und dennoch wird ohne jedes Zaudern und Bedenken immer wieder und immer wieder weiter operiert.

Wenn also das Schneiden beim Krebs bewußt nicht im Interesse des Kranken geschieht, — in wessen Interesse geschieht es?

Einzig und allein in dem seinigen!

Ein solches einseitiges Interesse nennt man, wenn es nur schädigt, Betrug, wenn es vor dem Tode des Geschädigten nicht zurückschreckt — Mord oder Raubmord.

In welches „Haus“ gehören diese?

Schon Sulla (88 v. Chr.) hat dieses ärztliche Morden aus Geldgier gebrandmarkt und dafür in seiner Lex Cornelia Deportation und Todesstrafe bestimmt. Die Dreistigkeit, mit welcher hier der Zynismus Vernunft und Menschlichkeit verhöhnt, beweist, daß die Lex Cornelia auch heute zu Recht bestehen sollte.

Noch im Januar 1917, also ein Vierteljahrhundert nach der Entdeckung der Krebsparasiten und des Kankroins, wagt es eine Med. W., einen Aufsatz zu veröffentlichen, in welchem als „zuverlässiges“ Mittel, den Brustkrebs zu heilen, die Operation mit nachfolgender Radiumbestrahlung empfohlen wird, die „durch zwei Jahre fortgesetzt werden müsse“ . — Bei der bekannten Unwissenheit und Indolenz des Laienpublikums, vor dem eine bekannte Organisation die Wahrheit systematisch verbirgt, ist es leicht begreiflich, daß es der Lüge, dem Truge und der unerhörten Ausbeutung widerstandslos unterliegt.

Heißt die angeführte Krebsbehandlungsmethode etwas anderes, als den Mord und die Menschenschinderei (das Radium verbrennt den Kranken, Gesundes und Krankes, aber heilt den Krebs nicht) in Permanenz erklären und aus dieser Permanenz wie aus einer ununterbrochen fließenden unsauberen Quelle sündhaften Gewinnes schöpfen?

Als vor Ambroise Paré) (1509—1590) die blutenden Wunden der in den Schlachten verletzten Krieger in siedendes Pech getaucht wurden, damit sie zu bluten aufhörten und die Opfer dieser Art von Blutstillung, wie Pare beschreibt, am Morgen im Starrkrampf oder tot im Lager gefunden wurden, dauerte das Martyrium dieser armen Opfer grausamer Unwissenheit nur wenige Stunden.

Der Medizin des 20, Jahrhunderts genügt ein nur Stunden dauerndes Martyrium nicht. Um ihren Sadismus zu befriedigen, muß sie Jahre lang sich an der Qual der unglücklichen Menschen weiden!

Diese alle Jahrhunderte überdauernde, jeder Menschlichkeit, jeder Aufklärung trotzende, die Kultur und Civilisation verhöhnende medizinische Schmach schreit nach Erlösung. Sie ruft laut und eindringlich: Die Krebsoperation ist nicht nur unwissenschaftlich, sie ist auch sündhaft und barbarisch.

Sie heilt nie den Krebs, tötet aber die Kranken.

Da die Moral es verbietet, daß Millionen von Menschen sterben, damit einige Dutzend Chirurgen leben, so ist es ein Erfordernis der Kultur, mit der Krebsoperation ein Ende zu machen und die Krebskranken unter gesetzlichen Schutz zu stellen, wie ich das schon im Jahre 19144 ausgesprochen habe.

An die Stelle der Krebsoperation hat die auf dem Parasitismus des Krebses wissenschaftlich aufgebaute Behandlungsmethode der inneren Desinfektion des krebskranken Körpers zu treten.

Diese Methode tötet die Krankheit und heilt die Kranken, wie das meine Demonstration im Sanitätsdepartement des Ministeriums des Innern vom 20. November 19131 und die neuen regelmäßigen, untrüglichen und immer glänzenderen Kankroin-Triumphe nach endlosen Erfolgen definitiv beweisen.

Die strenge Durchführung einer wissenschaftlich rationellen Behandlung des Krebses nach den von mir festgestellten Grundsätzen ist ebenso eine unaufschiebbare Kulturnotwendigkeit, wie die weitere Verschleppung und Störung dieser Durchführung als ein verdammungswürdiger Frevel an ihr und an der Menschlichkeitgebrandmarkt werden muß.

Sobald dieses Kulturerfordernis erfüllt sein wird, wird für die Menschheit eine neue Zeit anbrechen, die Zeit der Befreiung derselben von ihren beiden grausamsten Despoten, dem Krebs und dem Messer.

An der Wende dieser neuen Zeit aber wird sich ein Markstein erheben.

Auf der der überwundenen Vergangenheit zugekehrten, dunklen Seite dieses Steines werden über einem unübersehbar weiten Felde von Leichen ein Ungeheuer mit grundlosem Rachen und zwischen seinen Zähnen ein von Blut triefendes Messer zu sehen und darunter in gleißenden Lettern die Worte zu lesen sein:

Die Operation ist gelungen, aber der Kranke ist gestorben.“

Auf der der neuen Zeit zugewandten Seite des Steines wird eine strahlend aufgehende Sonne den von Licht überfluteten und von Leben erblühenden endlosen Weg in die vom Krebs befreite Zukunft erhellen und in goldigen, unvergänglichen Buchstaben die Erlösung verkünden: Der Krebskranke wird leben und gesund werden, weil er nicht operiert werden darf .

Zitat Ende


 

Weitere Schriften und Veröffentlichungen von
Universitätsprofessor Prof. Dr. med. Albert Adamkiewicz:

  • Untersuchungen über den Krebs (1893)
  • Die Heilung des Krebses (1903)
  • Besserung und Heilung Krebskranker durch das Kankroin (1904)
  • Krebsoperationen sind Verbrechen! (1918)
  • Clique und Wissenschaft (1896)
  • Wissenschaft und Verbrechen (1898)
  • Die sog. „Frühoperation" und die Frühdiagnose des Krebses. Basel 1914
  • Die Krebsoperation und der gesetzliche Schutz der Krebskranken. Aerztl. Rundschau. 1914
  • Die Krankheit Kaiser Friedrichs. Der Morgen. Wien 1912
  • Die bisherigen Erfolge meiner unblutigen Behandlung des Krebses und die „Autoritäten.” Med.-Bl. 1907. Nr. 12 — 15
  • Die mech. Blutstillungsmittel von Paré bis auf die neueste Zeit. Gekrönte Preisschrift der med. Fakultät zu Würzburg. Berlin 1872
  • Das radio-aktive Kankroin als Krebszerstörer
  • (Vortrag, gehalten in Prag, 1912, Link zu Bibliotheken)

Die meisten dieser Schriften sind verschwunden und werden bei Wikipedia nicht einmal aufgelistet.