Gedichte, Liedtexte, Prosa

Ein kleiner Auszug meines Schaffens in chronologischer Reihenfolge
– nicht nur für poetische Geister 🙂


Blaue Tage, gold‘ne Nächte

An manchen blauen Tagen
da hält uns nichts mehr auf
auf alle unsere Fragen
das Leben ruft Glück auf!

Frag nicht, was bringt der Abend
frag nicht nach einem Ziel
lass dich vom Leben tragen
in unbeschwertem Spiel

An manchen gold‘nen Nächten
lebt weiter solch ein Tag
den lange wir noch möchten
bis uns die Stille mag

Frag nicht, was bringt der Morgen
frag nicht nach einem Grund
und vor den scheinbar‘ Sorgen
verschließe deinen Mund

Lass dich vom Herzen leiten
auf deinem schönen Weg
mit Liebe kannst du schreiten
wohin sie dich auch trägt

Juni 2017


Das Licht in dir

Nichts bewegt sich mehr
Wolken tief und schwer
Grau die Welt und leer
und niemand hört dir zu

Doch du bis nie
bist wirklich nie allein
doch du bis nie
bist niemals wirklich klein

Denn einer hört dir zu
hält dich in seinem Arm
Bei ihm kommst du zur Ruh‘
das Herz wird wieder warm

Das Licht in dir
lächelt dir ewig zu
Das Licht in dir
es hört dir immer zu

Das Herz in dir
es birgt dein ewig Licht
es sehnt sich nach dir
darum – vergiss es nicht
darum – zerbrich es nicht

Februar 2017


Die letzte Tür

Deine Spuren sind noch da,
doch nichts ist, wie es war.
Alles dreht sich, fort und fort
bis zu jedem fernen Ort.

Doch du bist bei mir,
mein Herz ruft nach dir,
und manchmal tut‘s noch weh,
und überall liegt Schnee.

Manchmal hör‘ ich dein Gesang,
deinen so beseelten Klang,
der den Schnee zum Schmelzen bringt,
als wenn die Frühlingssonne singt.

Doch du bist bei mir,
mein Herz ruft nach dir,
ich seh‘ dein Bild in mir,
doch uns trennt eine Tür.

Hindurch, wann werd‘ ich geh‘n.
Hindurch, wann werd‘ ich dich seh‘n.
Hindurch zu dir,
bis das unendliche Leben uns wieder vereint,
die Sonne uns scheint.

Doch du bist bei mir,
mein Herz ruft nach dir,
ich seh‘ dein Bild in mir,
uns trennt noch eine Tür.

Für Leo, 12.01.2017


Wünsche

Es ist Nacht und der Himmel glasklar
tausende flimmernde Sterne
Ein gigantisches Materiereservoir
ich schaue fasziniert in die Ferne

Und für den Bruchteil einer Sekunde
durchrast eine Sternschnuppe das Firmament
Ein Wunsch wollt’ entweichen aus meinem Munde
doch viele sind es, die mein Herz kennt

Die schönsten Märchen, von denen man träumt
Märchen von Gestern und Heute
Und wenn sich die Erde im Schmerze aufbäumt
dann wurde sie des Wahnsinns fette Beute

1981
(wurde vertont)


Liebesmelodie

Der Wind säuselt leis’
er flüstert mir eine Botschaft von dir zu
Ein Spatz hüpft frech vor meinen Füßen
er zeigt den Weg mir, der zu dir führt

Die Herbstblätter rascheln
wie das Papier, auf dem du mir schreibst
Und von dem spätsommerlichen Regenschauer
ist jeder Tropfen eine Perle
die ich dir schenken möchte
weil ich dich liebe

Der buntschillernde Regenbogen verblasst
doch nicht mein Gedanke an dich
Und das fröhliche Gezwitscher im Geäst
klingt wie eine Liebesmelodie
Ich warte auf dich

1982

(wurde vertont)


Klang (T) Raum

Sinnend liegend im Zimmer
hör’ ich in den Tag hinein
Lass die Seele baumeln
spür’ Wärme und Sonnenschein

Meine Sinne schalten ab
ich stürz’ in die Ewigkeit
Sanfte Stille umgibt mich
die Seele wird groß und weit

Ein Traum entfaltet Farben
mich streift ein Hauch von Glück
Von großem Frieden erfüllt
hör’ ich himmlische Musik

In atemberaubendem Tempo
dann in leiser Melodie
vervollkommnen sich die Töne
in bezaubernder Harmonie

Keine Schatten von Gedanken
mehr in meiner Stirn
Chaotische Strudel von Klängen
rauschen in meinem Hirn

Phantastische Improvisationen
schweben mir endlos vor
Leise, zärtlich, wild und laut
hallt es in meinem Ohr

Ich suche die Vollkommenheit
die höchste Vollendung des Seins
Und wenn ich sie gefunden habe
werd’ ich mit ihr Eins

1982
(wurde vertont)


Sonnenuntergang

Langsam geht die Sonne unter
purpurrote Farbenpracht
und die Amseln flöten munter
warten auf die kühle Nacht

Ein leiser Hauch weht durch die Äste
Herz erfrischend und so mild
Der Sommer feiert tausend Feste
es ist ein wunderbares Bild

Erhaben steh’n die alten Bäume
ihre Blätter zittern leicht
Die Wonne packt mich, und ich träume
alle Schwere von mir weicht

In diesem schönen Augenblicke
bin ich voller inn’rer Ruh’
In Seligkeit und stillem Glücke
hör’ ich dem Schweigen zu

1986
(wurde vertont)


Regenbogentraum

Wir sind uns im Traum begegnet
und haben uns vereint
Du hast mich zärtlich umarmt
und hast vor Glück geweint

Wärme erfüllte Körper und Geist
Freude und strahlendes Licht
Ich schaute in deine Augen
und streichelte dein Gesicht

Ein Glücksgefühl durchströmte uns
wir hielten uns zärtlich umschlungen
Unsere Seelen waren Eins
Die Sirenen haben gesungen

Worte haben wir nicht gebraucht
keiner hat was gefragt
Wir kannten unsere Gedanken
und es war alles gesagt

Ein regenbogenfarbenes Tor
tat sich vor uns auf
Wir gingen hindurch, und der ganze Traum
löste sich langsam auf

Zu Ende war der schöne Traum
vorbei war unser Glück
Wir kehrten aus der Anderwelt
zu unseren Körpern zurück

Und jeden neuen Tag schlaf ich
voll freudiger Erwartung ein
Und immer wieder wünsch ich mir
es wird für immer sein

1991


Herbstliches

Bäume werfen ab ihr Haar
die Kronen werden licht
es sammelt sich die Vogelschar
denn bleiben will sie nicht

Die Sonne in den Blättern glüht
zum feierlich‘ Adieu
da welkt das herbstliche Gemüt
bis kommt der erste Schnee

1992


Abschied

Ich liege wach im Zimmer
um mich tiefe Dunkelheit
Denk an dich und immer
wieder spür‘ ich, es ist soweit

Die Nacht ist wie ein tiefer Schlund
in den ich mich fallen lass’
Ein müdes Lächeln auf stillem Grund
mein Herz zerspringt wie Glas

In der Seele tausend Splitter
tanzen wir einen süßen Tanz
Nur die Tränen schmecken bitter
und Asche ist der Rosenkranz

1992
(wurde vertont)


Bäcker-Blues

Nachts, wenn alle ruhig schlafen
treffen sich an stillem Ort
heimlich hundert kleine Bäcker
die dann ackern fort und fort

Brotteig kneten, Teig ausrollen
Puder auf die Weihnachtsstollen
Berliner werden aufgeblasen
hin und her sieht man sie rasen

Keine Hausfrau macht sich Sorgen
die Familie lebt gesund
kriegt ja schon am frühen Morgen
frisches Backwerk in den Mund

Plunder, Brötchen, Brot und Kuchen
appetitlich anzuseh’n
kann man in den frühen Stunden
schon im Glasschaukasten seh’n

1995


Abenddämmerung

Langsam zieht die Dämmerung ins Land
der Tag geht seinem Ende zu
am Horizont erlischt der rote Brand
und ich finde meine Ruh‘

Stille macht sich in der Seele breit
vertraut der Schöpfung ganz und gar
und findet bei ihr Heil und Seligkeit
wie’s schon vor tausend Jahren war

Friede zieht in meinem Herzen ein
und bis der neue Tag erwacht
lausch ich in die tiefe Stille rein
oh du schöne Sommernacht

1997
(wurde vertont)


Schlaflied für die kleine Fee

Kleine Fee, schlafe ein
zähl die Wolkenschäfelein
Träume viel von guten Dingen
fliege weit mit großen Schwingen

Kleine Fee zählt ganz brav
hoch am Himmel jedes Schaf
wenn sie ist bei Hundertacht
sagt der Vollmond: gute Nacht!

Kleine Fee schläft ganz tief
weil das Träumerland sie rief
Zaubert sich dort bunte Sachen
und bringt and’re gern zum Lachen

Kleine Fee kehrt bald zurück
aus dem Zaubertraumlandglück
Spielt dann morgen froh und heiter
ihre Zauberträume weiter

2003
(wurde vertont)


Das weiße Kleid  (I.)

Ein weißes Kleid
in schwarzer Trauer
träumt Herrlichkeit
in hölzern’ Mauer

Denn dieses Kleid
sein reines Licht
in Dunkelheit
erstrahlt es nicht

Ein weißes Kleid
in dunklem Schauer
ist’s Warten leid
seit langer Dauer

Dies’ weiße Kleid
träumt Schmetterling
seit Sturheit es
am Bügel hing

Ein weißes Kleid
das Liebe war
im Herzen weit
hofft  immerdar

Dies weiße Kleid
wollt’ Lebensspaß
nun – weh und leid –
wird’s Mottenfraß

Juli 2004


Rollenspiel

Kugel sein und rollen
einfach rollen lassen
ohne was zu wollen
ohne was zu fassen

Rollen durch die Sphären
rollen ohne Ziel
ohne Wiederkehren
welch ein Rollenspiel

2004


Fußball-Soccer

Showtime für die Rasen-Rocker
für die Weltelite-Soccer
Es beginnt ein fieberhaftes Spiel
um das Fußball-Hero-Ziel

Wie sie mit dem Fußball rocken
und mit Raffinesse zocken
Jubelnd ruft der Fanclub-Chor
schon wieder fällt ein Zauber-Tor!

Anstoß, Einwurf, Abseits, Ecke
Halbzeit, Strafstoß, Foulelfmeter
Fans springen zur Himmelsdecke
Schiri hat den schwarzen Peter

Die Welt ist hier locker zum Feste vereint
hier wird garantiert nur aus Freude geweint
Die Erde ist rund und bewegt sich mit Drall
und alle gucken Weltfußball

Jeder möchte hier das Beste geben
denn wer zu spät kommt, den bestraft das Leben
Der Ball ist unser Lieblingssportgerät
wer ihm nicht nachläuft, der kommt zu spät

Fußball, Kopfball, Hardcore-Soccer
Fußball reißt die Fans vom Hocker
Kosmos ist ein kleiner Ort
das ganze All guckt Fußballsport

2006
(zur Fußball-WM, wurde vertont))


Handy-Dandy

Handy-Dandy, Handy-Dandy
bitte ruf mich an
bitte melde dich
sonst such ich mir ’nen ander‘n Mann

Handy Dandy, Handy Dandy
ich krieg gleich ’nen Föhn
Bitte ruf‘ mich an, du weißt
ich find das doch so schön

Handy-Dandy ist ein stadtbekannter
Frauenheld
der die Handynummern sammelt
wie es ihm gefällt

Im Adressbuch sammelt er
die Frauen seiner Wahl
darum wird die Wahl der Wahl
für ihn so oft zur Qual

Handy-Dandy, Handy-Dandy
ich halt’s nicht mehr aus
melde dich, sonst bin ich nicht mehr
deine kleine Maus

Handy-Dandy, Handy-Dandy
mir reißt die Geduld
gleich lege ich Hand an mich
dann bist du selber Schuld

Bei einer klingelt es dann endlich
sie spürt die Vibration
und spricht mit flüsterzarter Stimme
hu, ich komm ja schon

Doch die andern warten
auf den Anruf, der nicht kommt
Bis sie ungeduldig werden
dann simsen alle prompt

Handy-Dandy, Handy-Dandy
bitte ruf mich an
melde dich bei mir
sonst such ich mir ’nen andern Mann

Handy Dandy, Handy Dandy
ich krieg gleich ’nen Föhn
bitte ruf mich an, du weißt
ich find das doch so schön

Handy-Dandy, Handy-Dandy
wo bleibt dein Gefühl
oder ist für dich das Handy
nur ein süßes Spiel

Febr. 2007
(wurde vertont)


Dä Tiescher

Isch bin dä Tiescher, und gar nicht klein
meine Krallen können zärtlich sein

Doch wenn sich einer ranschleicht
der nicht an mich heranreicht
werd‘ isch zum Tiescher!

Isch bin dä Tiescher, ich liebe zart
doch wenn ich liebe, dann bleib‘ ich hart

Ich packe zu mit meinen Krallen
zärtlich lassen wir uns fallen
isch bin dä Tiescher!

Isch bin dä Tiescher, ich wandle sacht
auf leisen Sohlen durch die Nacht

Dringt jemand ein in mein Revier
zeig ich ihm ganz, ganz schnell die Tür
isch bin dä Tiescher!

Isch bin dä Tiescher, ich fresse gern
auf zarte Leibchen da tu ich schwör’n

Ich verspeise sie mit Haar und Haut
manche eine wär’ gern meine Braut
Isch bin dä Tiescher!

März 2010


Süße Töne

Mein Schwanenhals
du, zart besaitet
mit Wespentaille rund
wer über deine
Saiten gleitet
dem schweigt der staunend‘ Mund

Wenn meine Hand
dich sanft berührt
bezaubert mich dein Klang
so sind wir beide
tief gerührt
von seligem Gesang

Mal stilles Wasser
doch dann schäumen
Wogen laut und wild
wenn du dich aufbäumst
in entrückten Träumen
welch göttlich Bild!

Erregend, freudig
vibriert die Haut
antwortet süß dein Leib
wenn ich dich streichle
zarte Braut
und flüstern höre: bleib!

April 2010, für meine Gitarre 🙂


Deine Hände

Meine Hände suchen dich
suchen deinen Leib
tasten sacht nach Trauminhalten
und deren Verbleib

Meine Hände kennen dich
kundig aus manch‘ Traum
finden auf bewegtem Leib
grenzenlosen Raum

Meine Hände fragen dich
sanft nach Zärtlichkeit
suchen Fülle und Gewicht
deiner Fraulichkeit

Meine Hände streicheln dich
spüren Widerhall
fühlen was sie selbst gegeben
streichelnd – überall

Meine Hände halten dich
in unser‘m Höhenflug
Warme Hand auf warme Haut
sind uns nicht genug.
Sind uns nie genug.

2010
(wurde vertont)


Neujahrsgruß

Mögen die Stille reinen Weißes
die tiefe Ruhe erlösender Weite
in dein Herz sich senken
damit du wirst, wie ein Baum
– frei und schwer behangen

Nicht von drückender Last
sondern von tiefer Schönheit
welche dich stark macht
dich zusammen hält
als Essenz deines Selbstes

Mag ein Ast des Zierbaums
– gezüchtet aus reichem Erleben –
sich jemals neigen wollen;
es ist die Neige des Kelches
köstlichen Lebens
das du freudig genossen

Und jeder kostbare Tropfen
mag Neues benetzen, beleben
wenn der Frühling kommt
und neue Triebe drängen
– In der Wärme deines Herzens
streben sie empor zum Lichte …

Dez. 2010


Wesentliches

Mein größter Schatz
ist die Großzügigkeit
meines unendlichen Reichtums
in meinem Herzen.

Es gibt keine Fehler.
Nur Situationen
aus denen Lernen,
Wachstum möglich ist.
Alles ist stets gut.

Es gibt nichts zu suchen.
ALLES ist da.
In uns. – Entsteht aus uns.
Ein „Geheimnis“,
das unendlich frei macht.

Alles ist im Wandel.
Innerhalb dieser Wandlungen
gibt es Beständigkeit. – Wahrheit.
Wahrheit ist unwandelbar.
Ewig schön. Leicht. Frei. Gut. Einfach.

Und so sei dein Leben:
schön, leicht, frei, gut, einfach.

April 2011


Nachruf

Wenn jemand gegangen ist,
hinterher,
wissen wir,
was wir versäumt haben,
was wirklich wichtig war
und wir nicht gegeben haben.
– Annehmen,
ohne Werten und Verurteilen.
Interesse, Anteilnahme,
da sein für den anderen.

Wir wissen nie wirklich,
was im andern vor sich geht.
Niemand ist besser.
Niemand.
Der andere ist ein Mensch,
wie wir,
und nicht ein Ergebnis
unseres Interpretierens,
Urteilens.

Viele gingen zu früh,
weil sie kein Land mehr sahen.
Und wir sind froh,
dass wir leben.

Froh…?
Lächeln wir noch,
wenn wir froh sind…?
Das Leben sagt immer ja. Immer!
Nur wir sagen nein,
in unseren Ängsten,
enttäuschten Erwartungen,
vermeintlichen Abhängigkeiten,
unserer Freudlosigkeit.
Und dann, irgendwann,
geht es.
Was wiegt so schwer…?

(2013 für einen ein guten, alten Freund)


Schnulli-Bulli

Hat wer nen weißen Bulli sehn
man sah ihn mancherorten stehn
Am Steuer saß wer fremdes Mann
der knorke Bulli düsen kann
Er führt nicht nur in Osnbrügge
ganz Dütschland mokt he schon verügge
Dat Fratzenbuch vertellt sogar
gleichzeitig wä ä hie un da
Klingt wie G’schicht von Fantomas
war eher wohl nen albern Spaß 😉

Etwa 2014, genau weiß ich es nicht mehr, entstand dieser Reim auf Grund eines bei Facebook um sich greifenden Postings über einen angeblichen Bullie-Fahrer, der sich vor Schulen herumgetrieben haben soll. Mich hatte seinerzeit verwundert, wie schnell und ungeprüft solche Dinge Verbreitung fanden. Darüber ließ ich mich mit diesem kleinen Vers aus. – Nicht allzu ernst zu nehmen. 🙂


 

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