Der Name Gottes

Der Ursprung heiliger Schriften, und der wahre Name Gottes

Aus welchen heiligen Schriften kann man heute unfehlbares Verhalten ableiten, ohne widersprüchliche Interpretations- und Auslegungsmöglichkeiten?

Denn Auslegungsmöglichkeiten der negieren ihren vermeintlichen Ursprung göttlicher Inspiration und ihre Unfehlbarkeit.

Religiöse Menschen glauben, die heiligen Schriften kämen von Gott, oder wären von ihm inspiriert. Wenn dem so wäre, was wollte Gott uns allen dann aber sagen, wo doch die Schriften so unterschiedlich interpretiert, erklärt, übersetzt und verstanden werden? Wollte Er jedem etwas anderes sagen, dass Seinige? Was bedeute dies dann für den Gläubigen? Weil wir es nicht wissen, sind ganze Bücher vollgeschrieben worden mit dem Ziel, dem Suchenden hilfreiche Erläuterungen und Kommentare an die Hand zu geben, um scheinbar Verborgenes zu enträtseln. Wenn die heiligen Schriften von Gott wären, würden wir sie dann nicht eindeutig und unmissverständlich verstehen können? Warum sind die Schriften nicht so klar, dass sie jedermann bekehren können, was die Religionsgründer, ihre Jünger und Vertreter oft nur mit Gewalt vermochten? Da dem nicht so ist, müssten wir unterstellen, dass Er nicht in der Lage ist, sich so mitzuteilen, dass wir alle vollständig erfassen können, was Er mitzuteilen gedachte, was allerdings ein Widerspruch zur Göttlichkeit wäre.

Aus vielen Überlieferungen wurden Geheimlehren entworfen, und genauso heimlich gelehrt. Woher stammen diese Lehren jedoch – von Gott, oder vom Wissen und Erfahrungsschatz der alten Weisen? Was ist dieses Wissen für unsere Gott-Erkenntnis und unser Leben tatsächlich wert? Wer hätte das Recht, aus diesem, vielleicht tatsächlich von Gott inspiriertem, Wissen eine Geheimlehre zu machen? Wem hat Gott wann wo gesagt, dass das Geheimwissen bzw. Sein Wort aus den heiligen Schriften nur für Eingeweihte bestimmt ist? Wie hoch sind Weise entwickelt, um die Verantwortung für solche Festlegungen treffen z können? Ist es nicht Anmaßung der „Eingeweihten“, bestimmen zu wollen, wen sie für das Empfangen des “geheimen Wissens” auserwählen und für würdig befinden? Sind sie dafür von Gott autorisiert worden? Niemand, der nicht reif genug ist, nicht dafür bestimmt ist, wird mit “Geheimwissen” in Berührung kommen, oder aber nichts damit anfangen können. Und jeder Führer hat sich bislang immer noch selbst die Krone aufgesetzt; oder war Gott schon mal hier, und hat jemanden “persönlich” auf den Thron gehoben?

In Schriften, die direkt von Gott kommen würden, müssten wir Ihn auch direkt erfahren können – solches sollten wir einem Gott zugestehen können. Wer dafür nicht reif wäre – wer vermag dies zu bewerten? – würde sich in dem Moment des Lesens der Schriften im Lichte der Vollkommenheit mit all seinen Unvollkommenheiten konfrontiert sehen; die dunklen Schatten der Unreinheiten seines Egos würden von der Unberührbarkeit des Vollkommenen getilgt werden. Diese “Schrift”, das Licht, existiert jedoch glücklicherweise tatsächlich – in unseren Herzen als unser inneres Ge-Wissen, als Liebe. Wahre Erkenntnis kann deshalb nicht aus den Schriften kommen, sondern nur aus jedem Selbst.

Das einzige, was von Gott kommt, um überhaupt einen Vergleich zu einer Lehre zu haben, ist Liebe. Sie ist jedoch nicht bloß eine Lehre, sie ist das Lebensprinzip schlechthin, in der gesamten Schöpfung erkennbar, erlebbar.
Jede menschliche Lehre ist veränderlich, vieldeutig, strittig, unvollkommen und von begrenzter Dauer, weil sie vom Verstand konstruiert wurde. Die göttliche “Lehre” ist unveränderlich, eindeutig, unstrittig, vollkommen, ewig und in ihrer Anwendbarkeit universell, unmittelbar erfahrbar, ohne Interpretationsmöglichkeiten. Letztere gibt es nur in unterschiedlichen Entwicklungs- und Erkenntnisstufen – in Teilwahrheiten.

Liebe ist für jeden ohne Anstrengung, verstandeslos erfahrbar und erkennbar, sie ist keine Theorie, sie ist rein praktisch. Wer liebt, braucht sich nicht täglich die Gebote vor Augen zu halten, sondern befolgt diese ganz natürlich und selbstverständlich. Darin zeigt sich die Liebe, die (übernommene) Botschaft des NT – nämlich in ihren Taten sowie ihren Geschwistern, dem Vertrauen und der Dankbarkeit. Nur bei Ihr finden wir sichere Zuflucht, Trost und Heil, weil Sie das einzig Wahre und Absolute ist. Wie und wo könnten wir sonst sichere Zuflucht finden, wenn dem nicht so wäre?

Keine Schrift ist also wirklich direkt von Gott – Er würde direkt mit uns sprechen – denn am Anfang war das Wort, nicht die Schrift – sondern widerspiegelt lediglich die subjektive (Gottes-) Erfahrung der Propheten und deren eigene Deutung und Meinung, und oft sogar der Übersetzer. So entstehen unsere Religionen, die so wenig Vollkommenheit in die Welt gebracht haben.

Jede Theorie ist Nonsens, solange die Praxistauglichkeit nicht erwiesen ist. Das Höchste ist übermateriell, überweltlich und daher übersinnlich, d.h., unseren dreidimensionalen Sinnen verborgen. Deshalb bleibt jeder Versuch, eine göttliche Erfahrung in Worte zu kleiden, nur eine unvollständige sprachliche Bemäntelung individuellen Erlebens.

Ein – zugegebenermaßen unzulänglicher – Vergleich; wir beschreiben jemandem mit den blumigsten Worten den köstlichen Geschmack einer frischen Erdbeere. Dies können wir noch so trefflich, poetisch und stundenlang tun – den Geschmack wird der Zuhörende aus der Beschreibung nie erfahren können, sondern erst während des Genusses der Frucht.
Das einzige was zählt, ist die eigene Erfahrung. Die Praxis der Andacht, oder sagen wir der Meditation, in der wir unser Denken und Wollen beruhigen und endlich stilllegen, damit wir für Eindrücke und Wahrnehmungen aus geistigen Dimensionen offen werden, welche in unserer alltäglich wachsenden weltlichen Unruhe verborgen bleiben, zugeschüttet werden.

Wie viele bieten dem auf dem Weg sich befindenden, aufrichtig Suchenden, ihre Hilfe an – gegen “angemessene” Bezahlung. – Ein wahrer Meister nimmt kein Geld für das, was nicht von ihm ist.
Wir brauchen keine Helferlein, keine Engel, Magie oder Esoterik. Wir müssen uns nur vergegenwärtigen, dass der Geist des Lebens, der Herrscher aller Welten, der Herr aller Herren – Gott – unser aller Schöpfer ist. Wenn wir bei Ihm Zuflucht suchen und finden, was kann uns da noch bedrängen? Denn es gibt niemanden über und außer Ihm. Wir alle sind Seine Kinder.
Mach deinen Frieden mit Ihm, gib dich Ihm hin, vertraue Ihm. Welchen Zweifel kann es geben Angesichts der Erkenntnis, dass wir den All-Mächtigen an unserer Seite haben. Er ist in dir, und du bist Eins mit Ihm, und du erfährst Ihn, wenn du liebst – ohne Forderungen, Bedingungen, Erwartungen.

Ein Hochspringer wird die Latte reißen, wenn er nicht glaubt sie überspringen zu können. Ihm fehlt die Kraft die jemand hat, der daran glaubt, sie überspringen zu können. Und sollte letzterer dennoch scheitern, wird sein unbeirrbarer Glaube an das Mögliche seine Motivation stärken, besser werden zu wollen und zu können. Wer an den All-Mächtigen glaubt, glaubt an das Leben.

Das setzt unerschütterliches Vertrauen voraus. Alles Leid, Kriege, Konflikte usw., entstehen niemals aus wirklichem Vertrauen zum Höchsten, sondern immer aus Angst, ihrer zahlreichen Erscheinungsformen, Ich-Sucht und Verblendung. Wir brauchen eine positive Grundeinstellung zum Leben, etwa nach der Überzeugung: “Ich bin ein Kind Gottes, und mein Leben gedeiht in Kraft und Fülle.” Ein Leben, in dem wir immer wieder etwas zu lernen und zu integrieren haben, was uns als Erfahrung, trotz zunächst vielleicht negativer Einschätzung unsererseits, nützlich werden kann.
Wenn wir Veränderungen ersehnen, werden, bei gemäßer Intention, diese auch kommen. Lausche in dich hinein, gib acht, fühle, nimm wahr, wie sich die Dinge in dir und um dich herum allmählich verändern und zum Guten wenden, und sei bereit zu Empfangen. Du bestimmst, was du wirklich erstrebst, aber Er, wie und wann du es erhältst. Dies ist ein heilsamer Prozess des Vertrauens und Ausharrens – Dinge, die so vielen von uns in unserer heutigen schnelllebigen Zeit voller Zweifel und Unsicherheiten abhanden gekommen sind.

Wie aber kommunizieren wir nun direkt mit Gott? Ist sein Name, um den es bis heute schon viel sinnlosen Streit gegeben hat, wichtig? Heißt Er Gott, Allah, Jahwe, Jehova, Elohim, Jesus, Krishna, Brahma, Buddha, JHVH, dessen hebräische Aussprache angeblich nicht mehr bekannt sein soll), oder noch anders…? Viele Namen gibt es, hervorgebracht in vielen Kulturen, und alle Namen wurden und werden verwendet. Was sagt uns dies jedoch; es zeigt uns, dass eines allein wichtig ist, nämlich eben nicht der Name, sondern die geistige Ausrichtung auf Ihn, auf das Wirkliche, das einzig Wirkende in und um uns, das Licht, die Vollkommenheit, den Erhalter, den Erlöser von Angst. Gott ist nicht hier oder da, er ist immer und überall (erfahrbar).

Seinen wahren Namen kennen wir offenbar nicht; welcher Privilegierte sollte ihn empfangen haben? Braucht oder hat ein Gott einen Namen? Wir Menschen brauchen Namen, um in unserer begrenzten Welt die Dinge bestimmen und differenzieren zu können, mit denen wir tagtäglich zu tun haben. Welchen – begrenzenden – Namen könnte etwas Unendliches wie Gott haben? Vermutlich keinen, oder einen für Menschen unbekannten, unaussprechlichen. – Die Wahrheit ist jenseits aller Worte.
Gott verbirgt sich dem Verstand des Menschen, doch Er offenbart sich dem suchenden Herzen, welches sich Ihm hinwendet – in Liebe und Gewissheit.

Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten

Im Alten Testament erhalten wir scheinbar einen Hinweis auf den wahren Namen Gottes.
Am brennenden Dornbusch offenbart sich Gott Moses, und betraut ihn mit der scheinbar unmöglichen Aufgabe, die versklavten Israeliten aus Ägypten ins gelobte Land zu führen. Moses weiß jedoch, dass man ihn fragen wird, wer ihn dazu ermächtigt hat, möchte Sicherheit, und fragt Gott deshalb, was er seinem Volk sagen soll, welcher sein Name ist. Und Gott antwortet:

ICH BIN, DER ICH BIN (Exodus 3,14)

אהיה אשר אהיה (Hebräisch)

’ehyeh ’ascher ’ehyeh (gesprochen)

Damit zeigt sich das wahre Wesen Gottes; unbenennbar, undefinierbar, in stetem Wandel, und deshalb nicht festzulegen, unerkennbar. Gott ist das unendliche Wirken, er wirkt in allen Dingen, durch uns, und wir durch ihn. Gott ist das Leben in uns, und wir sind das Leben in Ihm. Er erweitert, differenziert und erfährt sich selbst durch uns und seine grenzenlosen Erscheinungsformen. Die Frage nach Gott ist immer der Versuch einer Festlegung und Auslegung, eine Sache des Verstandes. GOTT kann jedoch nur im Gemüt, im Herzen erfahren werden. Wir können uns dem annähern, in dem wir uns z. B. meditativ der Aussage hingeben „ich bin“; Gott ist ein permanent schöpferischer Seins-Zustand. Verknüpfen wir diese Aussage („ich bin“) mit einem Gefühl des erstrebten Zustandes, mit Dingen des Lebens, die wir für unser Wachstum wünschen, treten schöpferische Kräfte hervor; wir werden, als Kinder Gottes, wie er – schöpferisch.

Andere alte Quellen favorisieren und bezeichnen Gott mit den Namen Ahura Mazda und Yahuah. Ersterer stammt aus dem Zoroastrismus, der zweite ist vermutlich der verloren gegangene Name aus der Bibel, der heutzutage mit Herr, teilweise mit Jehova, Adonai u.a. “übersetzt” wird. Auffällig erscheint der sehr ähnliche Klanglaut von Ahura und Yahuah. Gibt es gleiche Wurzeln?

Der Sprachwissenschaftler Erhard Landmann entdeckte in allen alten Überlieferungen die Althochdeutsche Sprache. Daraus versuchte er die Herkunft göttlicher Namen herzuleiten:

Auch die Wörter »Hebräer«, »Ägypter« und der »Jahwe« oder »Jehova« der Christenbibel sind nur Verdrehungen des Wortes »ewig«, daß in den ahd. Formen ewic, heuuic, eouuig, euic, euuic, ewah, euuahi, euuik vorliegt. Dazu kommen die Formen ewin, euuigo, aewin, euuinig, euining, euuinog, euuineg und die Worte für Ewigkeit, ahd. ewo, ewiglihho, eweclihho, ewigheit, euuicheit.

Die Bibel soll neben Jahwe, Jehowa, was der »Ewige« ist, ahd. eviha = Jahwe, eowiha = Jehowa, noch einen Gott Elohim haben. Doch wenn man l durch r ersetzt, so sieht man, daß Elohim nur das ahd. ero him, das »ehret ihn« ist und keineswegs ein Name für Gott.

Ähnlich wird der Begriff “Jesus” untersucht, was jedoch nicht Gegenstand dieser Abhandlung sein soll.

Wir haben einen namenlosen Gott, den wir mit unserem Mund nicht anrufen können, jedoch mit unserem Herzen.

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