Der Gabriel-Chip – eine unrühmliche Geschäftsidee

Einleitung

In diesem Beitrag geht es um den sogenannten Gabriel-Chip, produziert von der Gabriel-Tech GmbH. Alles hier Publizierte ist überprüfbar, und man kann sich dabei des Hilfsmittels „copy & paste“ und einer Suchmaschine wie z.B. Google bedienen. Desweiteren wurden alle Informationen über den Gabriel-Chip, die jemals im Web existierten, digitalisiert und dokumentiert.

Ergänzungen und Berichtigungen des Beitrages behalte ich mir vor.

Wie wir uns nicht vor Elektrosmog schützen können

Gabriel-Tech gibt vor, mit ihrem Chip Elektrosmog eliminieren zu wollen. – Am Handy, im Auto, zu Hause, am Arbeitsplatz u.s.w. Und damit sind wir schon mitten drin in unserer technisierten Welt! Technische Strahlung wird heute oft mit dem Begriff „Elektrosmog“ bezeichnet, „Elektrosmog“ ist jedoch ein unwissenschaftlicher Begriff. „Elektrosmog oder E-Smog (aus Elektro- und Smog) ist ein unwissenschaftlicher, umgangssprachlicher Ausdruck für die Gesamtheit an elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern, von denen teilweise angenommen wird, dass sie (unerwünschte) biologische Wirkungen haben könnten.“ (Quelle: Wikipedia)

Technischer Strahlung sind wir ausgesetzt, seit es die künstliche Elektrizität überhaupt gibt. Elektromotoren z.B., oder die ersten elektrischen Maschinen und Elektroanlagen erzeugten technische Strahlung, die allerdings erst viel später gemessen und bewertet wurde. Bis in die Vorzeit der Personalcomputer und Handys, sagen wir Ende der 90er Jahre (?), war es vielleicht noch einigermaßen möglich, sich aktiv und effizient einer Technisierung der eigenen unmittelbaren Umwelt zu verweigern, um technischer Strahlung auszuweichen. Nicht wenige verzichteten gar auf ein Fernsehgerät. Aber geht man durch eine Siedlung, oder auch nur auf einem Waldpfad am Rande einer Siedlung und schaltet das WLAN an seinem Handy ein, wird uns deutlich vor Augen geführt, dass Elektrosmog nicht mehr kontrollierbar und nicht mehr beherrschbar ist. Technischer Strahlung sind wir überall ausgesetzt. In der Stadt ist es noch viel „schlimmer“. Fast jeder trägt ein Handy bei sich, und bei sehr vielen laufen permanent WLAN, Bluetooth, NFC und GPS (Standort). Hinzu kommen die flächendeckend aufgestellten Funkmasten, desweiteren militärische und zivile Radars, Rundfunksender u.v.a. „Störquellen“. Es ist faktisch unmöglich geworden, sich dem zu entziehen, es sei denn, man wohnt in einem abgeschirmten Bunker – ohne Technik. In den eigenen vier Wänden kann man selbstverständlich etwas Sorge tragen, dies wird jedoch weiter unten besprochen.

Angst als Geschäftsgrundlage

Dies alles hört sich zunächst beunruhigend an. Wie jedoch zuvor beschrieben, ist der Begriff „Elektrosmog“ unwissenschaftlich, und die Frage stellt sich, ob und wovor man sich tatsächlich „schützen“ muss. Es gibt Tausende sich widersprechende Studien zum Thema „Elektrosmog“ und den damit in Verbindung behaupteten Gesundheitsgefahren. Ängstliche Menschen werden schneller das Bedürfnis haben, sich zu „schützen“. Solche Ängste werden von Produzenten von „Abschirmgeräten“ natürlich gerne erzeugt; „schützen sie sich, es könnte ihnen etwas passieren!„. So läuft das Geschäft bis heute.

In Versuchen zeigte sich, dass elektrosensible Menschen Beschwerden bekamen, wenn sie unter ausgeschalteten Mobilfunkmasten standen. Vieles ist also Einbildung, und diese eingebildeten Befindlichkeiten hat man uns vorher eingeredet zum Zwecke des Verkaufs von „Hilfsmitteln“.

Und nun möchte man uns erzählen, wir könnten uns vor Elektrosmog schützen, indem wir uns einen Plastik-Chip irgendwohin kleben?! Das ist absurd!

Die Idee – Erfindung oder Wunschdenken?

Die Gabriel-Tech beruft sich bei ihren Produkten auf Wissenschaftlichkeit, auf ihre „Gabriel-Forschung“, auf Gutachten und Zertifikate. Das man in Bezug zu einem unwissenschaftlichen Begriff ein Produkt erfindet, dass auf angeblich wissenschaftlicher Basis diesen unwissenschaftlichen Störfaktor „Elektrosmog“ beseitigen möchte, ist noch der kleinste Widerspruch. Das bei aller vorgegebener Wissenschaftlichkeit im Gegensatz dazu in den „Rechtlichen Hinweisen“ der Gabriel-Tech deutlich darauf hingewiesen wird, dass es bis heute keine allgemein wissenschaftliche Anerkennung für die Wirkungsweise der Entstörprodukte, und noch nicht einmal für den Herstellungsprozess gibt, ist dann schon ein deutliches Indiz auf ein Kunstprodukt zum Zwecke der Einnahme unredlichen Einkommens.

Zitate Gabriel-Tech

Weder das Wirkprinzip, noch die Herstellungstechnologie noch eine positive Wirkung auf das gesundheitliche Wohlbefinden sind bisher allgemein wissenschaftlich anerkannt. Dasselbe gilt für die der GabrielAqua-Technologie.

Vorsorglich weisen wir darauf hin, dass die klangoptimierende Wirkung der Gabriel-Technologie nicht allgemein wissenschaftlich anerkannt ist.

Das Messverfahren im Dual-Feld und deren Verrechnung ist nicht allgemein wissenschaftlich anerkannt.

Zitate Ende

Den ersten Satz der Zitate muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Warum „nicht wissenschaftlich anerkannt“?! Sie können noch nach ca. 18 Jahren (!) keinen wissenschaftlichen Nachweis erbringen, weil es ihnen schlichtweg nicht möglich ist. Es geht ja nicht darum, dass die Gabriel-Tech etwas erklärt, was nicht verstanden wird. Sondern um die Tatsache, dass nichts den Gabriel-Chip betreffend eine wissenschaftlich anerkannte Grundlage hat. Hierzu ein Zitat, welches auf die „wissenschaftlichen Erklärungen“ der Gabriel-Tech sehr zutreffend erscheint:

„Alles, was man nicht mit dem gesunden Menschenverstand erfassen kann, ist Humbug, wie wissenschaftlich es auch immer klingen mag.“ (Prof. Arnold Ehret)

Die Patente

Erstaunlicherweise findet man heute keine Informationen mehr zu den zugrundeliegenden Patenten für den Gabriel-Chip, welche bis ca. 2004 noch heftig diskutiert wurden. Eine ausgezeichnete Übersicht findet man jedoch noch auf dem Blog gabrielachipsy.wordpress.com/das-gabriel-chip-patent.

Eine kurze Zusammenfassung: Das Ehepaar Maria Hämmele und Ferdinand Hämmele meldeten am 19.08.1986 ihre Erfindung zum „Schutz vor geopathischen Strahlungen“ zum Patent (CH 671338 A5) an. Ein gewisser Herr Franz Gabriel verbessert diese Erfindung und meldet sie schließlich am 01.02.1991 als eigenes Patent (AT 397 346 B) zur „Anordnung zur Abschirmung von bzw. zum Schutz vor Erdstrahlen“ an. Herr Gabriel war „Naturforscher“, und so muss es nicht verwundern, dass sein Patent technisch fehlerhaft war; von Elektrotechnik hatte dieser offenbar nicht die geringste Kenntnis. Jedem Laien wird deutlich abgeraten, die im Patent beschriebene Versuchsanordnung nachzubauen, weil sie lebensgefährlich sein kann! Darauf wiesen bereits der Dipl.-Ing. für Nachrichtentechnik Fritz Jörn sowie Martin Siller in seiner Patentverbesserung (DE202004003563U1) hin. Wer Martin Siller ist, ist erstmal unbekannt, ebenso, ob es jemals Verbesserungen seitens der Gabriel-Tech selbst zu dieser zusammengepfuschten, gefährlichen Patent-Bastelei gegeben hat. Es sei zudem explizit darauf hingewiesen, dass ein Patent lediglich eine Idee zu schützen hat, ohne irgendwelche Nachweispflicht zu Funktion und Wirksamkeit.

„Das erfinderische Verdienst Franz Gabriels besteht zusammengefaßt darin, die beiden Enden der Spule an jeweils eine Erdleitung (Masse) und an den Nulleiter »…des die abzuschirmende(n) Räumlichkeit(en) versorgenden Elektro-installations- bzw. Stromversorgungssystems…« angeschlossen zu haben“ – mit den eben angedeuteten möglichen lebensgefährlichen Konsequenzen.

Franz Gabriel und Gabriele Gruber sind aber noch nicht so wirklich zufrieden, und so bauen sie ihr eigenes Patent zu einer Vorrichtung aus, „die ihre abschirmenden Eigenschaften auf die jetzt ins Spiel kommenden Metallfolien übertragen soll, und am 19.04.1999 ebenfalls zum Patent (AT 409 930 B)“ anmelden. Jetzt erst haben wir die der „Gabriel-Technologie“ zugrunde liegende „Anordnung und Verfahren zur Beeinflussung von metallischen oder Metallpulver oder Metallpigmente enthaltenden Folien bzw. Blättchen“.

„Die laut zitiertem Patent AT 397.346 B abschirmende Anordnung (Fig.1) ist über »Verbindungsleitungen« (3′ u. 26) mit einem rechtsdrehendes Wasser enthaltendem Behälter (»…vorzugsweise eine Glasflasche…«) (20) verbunden. Zwischen Anordnung und Wasserbehälter sind ebenfalls mittels Verbindungsleitungen zwei »Kontakteinrichtungen« (Klemmen 21 u. 23) angebracht, zwischen denen nun die zu präparierenden Folien (17) gespannt werden. Nun bedarf es einer längeren »Einwirkzeit« …zumindest 3 Stunden, vorteilhafterweise 4-5 Stunden… In dieser Zeit wirken sowohl die Spule 1 als auch das rechtsdrehende Wasser auf die Folien 17 ein und verleihen diesen Folien die entstörende bzw. die Störstrahlungen unterdrückenden Eigenschaften.)“

Das „rechtsdrehendes Wasser“ esoterische Quacksalberei ist, soll hier gar nicht weiter besprochen werden. Der Rest hat ebenso wenig mit Wissenschaft zu tun.

Wissenschaft bezeichnet […] ein zusammenhängendes System von Aussagen, Theorien und Verfahrensweisen, das strengen Prüfungen der Geltung unterzogen wurde und mit dem Anspruch objektiver, überpersönlicher Gültigkeit verbunden ist.

Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaft

Soviel vorerst zur „Gabriel-Technology Made in Germany“.

Das Firmenprofil der Gabriel-Tech GmbH

Schauen wir uns einmal die Internetseiten der Firma an, stellt man sehr schnell fest, das der gesamte Webauftritt im Prinzip eine Informationsblase, künstlich erzeugter Content ist, der darüber hinwegtäuschen kann, dass es so gut wie keine Inhalte in eigener Sache gibt. Auch Informationen zur „Gabriel-Forschung“ existieren nicht wirklich. Es werden jede Menge an Studien, Veranstaltungen und sonstige Informationen beliebig zusammengestellt, die jedoch kaum die eigenen Produkte betreffen. Die „News-Seite“ auf gabriel-technology.de bringt konsequent Fremdinhalte, in denen nichts zum Vorschein kommt außer Angstmacherei; Elektrosmog verursacht eventuell Krebs, und ähnliche Märchen. „Krebs laut Studie möglich„, „Krebsrisiko“, „Handystrahlung könnte Tumore verursachen“, „Handy kann Krebs verursachen“, „Handystrahlung verursacht angeblich doch Krebs“, „Besteht doch Grund zur Sorge?“ und dergleichen Unfug mehr. Erkennen Sie etwas, liebe LeserInnen? – Nichts an eigenen Beiträgen, lediglich: „könnte“, „möglich“, „kann“, „angeblich“ – alles nur tendenziöses Geschwafel, aber gut für’s Geschäft!

Die gabriel-technology.de-Seite zeigt uns oben rechts 4 Staatswappen; man möchte als internationales Unternehmen erscheinen. Das amerikanische Wappen führt uns lediglich zu einer Website, auf der die Gabriel-Tech ihre Produkte plazieren darf. Desgleichen mit dem französischen Staatswappen. Das erste englische Wappen führt uns zu einer Kopie des deutschen Webauftrittes gabriel-technology.de.

Der Gabriel-Chip - eine unrühmliche Geschäftsidee
„Teams“ Gabriel-Tech

Das zweite, das Wappen Österreichs, wird nun im Vergleich mit dem deutschen Pendant erst richtig interessant. Listet man nämlich beide Teams auf und sortiert sie alphabetisch, haben wir zwei identische Teams! Der Geschäftsführer der deutschen Teams, Kaufmann G. Lehmann, taucht auch im Team Österreichs auf. Der Geschäftsführer Österreichs, Manfred Kovacs, taucht ebenfalls im Team Deutschlands auf; in welcher Funktion jedoch jeweils in den fremdländischen Teams, wird nicht angegeben. Über die anderen Mitarbeiter erfährt man bezüglich Position, Tätigkeitsbereich und Qualifikationen überhaupt nichts, was absolut unüblich ist. Und manche „Passbilder“ wirken, als wären sie nach einem Zechgelage in einem Bahnhofsautomaten geknipst. Da möchte man die Frage stellen, ob wirklich alle Abgebildeten wissen, dass sie bei der Gabriel-Tech online sind… ?

Unter dem Strich wirkt das Ganze äußerst unprofessionell, und man erhält wiederum den Eindruck, das man etwas sein möchte, was man in Wirklichkeit gar nicht ist.

Wer in dieser Liste ausgerechnet fehlt, ist der Sachverständige für Elektrosmog“ vom BDSF Harry Roos. Über diesen bislang im Hintergrund und deshalb weitestgehend unbekannt gebliebenen Akteur um den Gabriel-Chip gibt es hier demnächst nähere Informationen. Roos ist die eigentliche Triebfeder hinter dem Gabriel-Tech-Vertrieb und macht die ganze Geschichte um den Gabriel-Chip noch einmal sehr viel spannender, auch in juristischer Hinsicht.

Dieser Link führt zu einen sehr ausführlichen Bericht über die Fake-Teams der Gabriel-Tech.

Kritiker mit Sachverstand

Ein absolutes Novum von („internationaler“) Unternehmenskultur und -Politik ist die Kritiker-Webseite der Gabriel-Tech. Auf dieser Seite werden alle diejenigen aufgelistet und diskreditiert, die jemals kritische Meinungen oder gar handfeste Argumente gegen den Gabriel-Chip zu veröffentlichen wagten. Solch menschenverachtendes Gebaren darf getrost als negatives Alleinstellungsmerkmal weltweit bezeichnet werden. Der Autor dieser Zeilen wird sogar als Erpresser bezeichnet. Es ist von einem angeblichen Erpresserbrief die Rede, worum sich derzeit ein Rechtsanwalt kümmert. Nach einer Abmahnung durch eine Anwaltskanzlei musste die Gabriel-Tech GmbH  diese menschenverachtenden „Kritiker-Seiten“ am 17.02.2017 vom Netz nehmen.

Dem Wissenschafts-Blogger Ulrich Berger (Mathematiker und Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien) hat man argumentum ad hominem unterstellt; seitens Gabriel-Tech ein typisches Verhalten von Menschen, ihre eigenen Unzulänglichkeiten und Defizite anderen zuschreiben zu wollen. Wie in diesem Fall, erwartungsgemäß unsachlich, unreflektiert, unehrlich und menschenfeindlich. Und so oder ähnlich erging es der Reihe nach beinahe jedem „negativen Kritiker“.

Ulrich Berger wurde von der Gabriel-Tech persönlich angegriffen und diffamiert, weil fachlich-sachliche Gegenargumente offensichtlich nicht vorhanden waren. Beim Schreiben dieser Zeilen fiel plötzlich auf, dass einer der größten „Kritiker aus dem Netz“ in der erbärmlichen Liste der Gabriel-Tech fehlte – der bereits erwähnte der Dipl.-Ing. für Nachrichtentechnik Fritz Jörn. Erstaunlicherweise blieb dieser verschont von beleidigenden Attributen, Wahrheitsverzerrungen und Unterstellungen. Weil er direkt an die technische Grundlage des Gabriel-Chips geht, nämlich das Patent AT 409 930 B? Als Ingenieur weist er auf seiner Website www.joern.de/Gabrielwie.htm mit dem nötigen Sachverstand und mit Leichtigkeit nach, was die Grundlage für den Gabriel-Chip ist; nämlich purer Unfug! Man kann also getrost davon ausgehen, dass die Gabriel-Tech es somit vermeiden wollte, die Aufmerksamkeit auf das unrühmliche und eigentlich peinliche Gabriel-Chip-Patent zu lenken. Am liebsten würde man wahrscheinlich alle Informationen darüber in die letzte Ecke des Internets schieben. Nicht ohne Grund findet man zu diesem Thema nichts mehr auf den Gabriel-Tech-Seiten. Aber das Internet vergißt kaum etwas, und die vorletzte Ecke des Webs (hier keine abwertende Metapher) ist die Website archive.org/web, die mir bei der Auseinandersetzung mit diesem Thema äußerst hilfreich war.

Ergänzenderweise sei hier auch noch der Artikel „Humbug fürs Handy – Mit obskurer Technik gegen den Elektrosmog versuchen Scharlatane Geld zu machen“ von Herrn Stefan Schmitt erwähnt. Quelle: (c) DIE ZEIT 04.03.2004 Nr.11

Die Produkte und deren (vermeintliche) Wirkung

Wo gibt die Gabriel-Tech eigentlich fachliche Hinweise oder Erläuterungen zu den technischen Unterschieden zwischen Chips, die Handy-Smog oder Bluetooth-Smog (falls es so etwas und die behaupteten zugehörigen Gesundheitsrisiken überhaupt gibt) reduzieren sollen? Was unterscheidet die Chips technisch und funktionell?

Oder genügt die Beschreibung einer allgemeinen Funktionsweise des Chips?

Wie funktioniert der Chip?

Befindet sich der Gabriel-Chip im Strahl einer elektromagnetischen Welle, prägt er ihr einen naturidentischen elektromagnetischen Impuls auf. Er dreht die Welle praktisch ‚auf rechts‘. In der Folge bekommt der menschliche Organismus wieder seine vertrauten Signale: Stoffwechsel, Gehirn und vegetatives Nervensystem arbeiten wieder normal.
Zusätzlich ergänzt der Chip eine Vielzahl biologischer Ur-Frequenzen, die für unsere Gesundheit lebenswichtig sind.

Quelle: web.archive.org/web/20040813064657/http://gabriel-sc.de/html/wir.shtml?cart_id=.

Wie wird der Chip hergestellt?

Das Geheimnis des Gabriel-Chips liegt in seiner Oberfläche. Sie wird in einem patentierten Verfahren mittels naturidentischen Silikaten physikalisch verändert. Dieses Silikatgemisch ist der eigentliche Auslöser, denn es trägt auf vielen Frequenzen einen „natürlichen“ elektromagnetischen Impuls in sich. Die aluminiumbedampfte Polypropylenfolie wird dabei praktisch nur als Kurier benutzt

Quelle: web.archive.org/web/20040824223013/http://gabriel-sc.de/html/wir_01.shtml?cart_id=.

Wir funktioniert die Entsörung?

wirkung_gabriel-chip.jpg
Wirkung Gabriel-Chip

Allgemeines

Ein Gabriel-Chip verändert grundsätzlich nicht die Leistungswerte eines Gerätes oder einer elektromagnetischen Welle (z. B. die Feldstärke eines Signals in Watt). Um es stark vereinfacht auszudrücken: Man „klebt“ sich einfach ein natürliches Magnetfeld auf seine Geräte, das stärker ist als die Störwirkung durch die künstliche Elektrostrahlung der Geräte selbst.

Quelle: web.archive.org/web/20040813055533/http://gabriel-sc.de/html/ent.shtml?cart_id=

Über die Wissenschaftlichkeit solcher Aussagen soll hier nicht weiter diskutiert werden. Denn (auch wenn wir uns hier wiederholen) …

  • „Weder das Wirkprinzip, noch die Herstellungstechnologie noch eine positive Wirkung auf das gesundheitliche Wohlbefinden sind bisher allgemein wissenschaftlich anerkannt. Dasselbe gilt für die der GabrielAqua-Technologie.
  • Vorsorglich weisen wir darauf hin, dass die klangoptimierende Wirkung der Gabriel-Technologie nicht allgemein wissenschaftlich anerkannt ist.
  • Das Messverfahren im Dual-Feld und deren Verrechnung ist nicht allgemein wissenschaftlich anerkannt.“

– Online zu finden in den „Rechtlichen Hinweisen“ der Firma. Siehe hierzu auch nochmals das obige Zitat von Prof. Arnold Ehret.

Eine unrühmliche Geschäftsidee

Es müssen gute Zeiten für Gabriel-Tech gewesen sein! Schreiben sie doch „… spätestens seit dem Jahr 2009 sind die negativen Kritiker verstummt.“ Sind sie offenbar nicht, und dies mit Recht. Denn man führe sich einmal das Geschäftskonzept deutlich vor Augen:

  • die Gabriel-Tech verkauft Produkte mit einer behaupteten Schutzwirkung, die wie von ihr beschrieben niemals funktionieren können
  • mithilfe einer eigens dafür geschaffenen Software wird die “Wirksamkeit” dieser Produkte ‚anschaulich‘ gemacht und interpretiert, um am Ende zu resümieren: „Das Messverfahren im Dual-Feld und deren Verrechnung ist nicht allgemein wissenschaftlich anerkannt.“
  • Gabriel-Objekt-Berater” werden gegen Kosten geschult und anschließend zum zahlenden Kunden schickt, um diesem nach der fingierten „Entstörung“ zu erzählen, er wäre nun vor E-Smog geschützt (es ist sehr bedenklich, unter Umständen gesundheitsgefährdend, wenn Träger von „Abschirm-Chips“ oder ähnlichem Unfug sich in trügerischer Sicherheit wiegen, und deshalb Eigenverantwortung und Vorsicht vernachlässigen – wenn man eine Gesundheitsgefahr durch „Elektrosmog“ unterstellen möchte)
  • zu guter Letzt werden alle zuvor getätigten wissenschaftlichen Behauptungen in den eigenen Rechtlichen Hinweisen der Gabriel-Tech dementiert
  • sämtliche “technischen Beschreibungen” sind absichtlich unverständliches, esoterisches Geschwafel, weil unwissenschaftlich, wie die Gabriel-Tech bis heute selber zugibt

Die Dienstleistungen beim Kunden samt den „Messprotokollen“ gehört ebenfalls in diese Kategorie.

Darf man dies als „unrühmliche Geschäftsidee“ bezeichnen, ohne mit „Millionenklagen“ konfrontiert zu werden?
Ein gewisser Herr Medinger, der seinerzeit in betrügerische Aktivitäten involviert war, stellte auch der Gabriel-Tech einen „amtlichen Wirknachweis“ aus. In einem Gerichtsprozess wurde er als Sachverständiger wegen Befangenheit abgelehnt, weil er eben kein „unabhängiger Sachverständiger“ war, sondern ein Bekannter des Angeklagten Betrügers, welcher schließlich inhaftiert wurde. „Nach Ansicht des Gerichts basierten seine komplizierten Ausführungen nicht auf etablierten Methoden der Physik.Dies kennen wir bereits…

Wie wir uns vor Elektrosmog schützen können

In der Nähe eines Mobilfunkmastes litten die Probanden an Symptomen wie Übelkeit oder Kopfschmerzen – auch wenn die Sendeanalage abgeschaltet war. Entscheidend war nur, ob die Probanden sich als elektrosensibel bezeichneten oder nicht.

Quelle: sueddeutsche.de/gesundheit/fragwuerdige-produkte-zum-schutz-gegen-strahlung-wie-sich-mit-der-angst-vor-elektrosmog-geld-verdienen-laesst-1.1281484-2

Wer Befindlichkeiten oder Ängste hat, sollte genau prüfen, woher diese wirklich kommen. Verlassen Sie sich auf Ihren eigenen gesunden Instinkt. Geschäfte laufen heute durch das Wecken von Begehrlichkeiten und Ängsten. Haben die Kopfschmerzen vielleicht eine andere Ursache? Gehen Sie dem auf den Grund! Es gibt unzählige Ursachen für Kopfschmerzen (um bei diesem Beispiel zu bleiben), und genauso viele Hilfsmittel, die man Ihnen verkaufen möchte. Wenn Sie jedoch das Bedürfnis haben, etwas für Ihre „Sicherheit“ tun zu wollen, dann gibt es einfache Möglichkeiten und Regeln.

Alles abschalten, was nicht benötigt wird! WLAN, Bluetooth, NFC, GPS an Laptops, Handys, Tablets, Digitalkameras, in Autos und an/in sonstigen technischen Geräten und Gebrauchsgütern, die solche Funktionen zur Verfügung stellen. Im Haus und außerhalb, wenn wir unterwegs sind. Schalten Sie auch das Handy aus oder in den Flugmodus, wenn es die nächsten Stunden (z.B. nachts) nicht mehr benötigt wird. Im Haus bzw. in der Wohnung einen Netzfreischalter installieren lassen, der nachts den Strom aus den Leitungen nimmt (außer Kühlschränken, Alarmanlagen u.ä.) Am KFZ eine Außenantenne für Mobilfunk installieren, damit das Handy wegen der Abschirmwirkung der Karosse nicht die Sendeleistung hochfährt. Tragen Sie ein „Phone-Cap“, um den Kopf zu schützen und eine abschirmende Handy-Tasche, um den Körper zu schützen. Das Handy nur für kurze, wichtige Gespräche nutzen. Nur DECT-Telefone (schnurlos) benutzen, die mit dem aktuellen „Full ECO Mode“ arbeiten. (Kein Senden mehr, wenn nicht telefoniert wird.)

Wenn Abschalten unmöglich erscheint, dann Abstand halten! Alle technischen Geräte möglichst weit weg vor allem vom Bett und vom Körper! Beim Telefonieren mit dem Handy möglichst die Freisprecheinrichtung oder ein Headset (Aircom-Headset) nutzen. Benötigen Sie zu alldem einen „Experten“?

Kostspielige Beratungen oder so etwas wie eine „Objektberatung“ sind privat als auch geschäftlich absolut unnötig und ziehen uninformierten Menschen lediglich das Geld aus den Taschen.

Zum Thema Elektrosmog-Vermeidung bzw. -Eindämmung verweise ich gerne auf den externen Beitrag: Zur Verminderung von Elektrosmog benötigt man keine „Experten“!

Fazit

Es gibt bis heute keine „Wirknachweise“ für Anti-Elektrosmog-Geräte, die wissenschaftlichen Kriterien standhalten würden; dies ist ein Fakt und trifft genauso für den Gabriel-Chip zu!

Im ÖKO-TEST März 99 wurden 22 Geräte getestet, von denen behauptet wurde, sie könnten Elektrosmog verringern. Der Gabriel-Chip war noch nicht dabei, der tauchte erst im Heft April 04 auf, worüber an dieser Stelle noch zu sprechen sein wird. Von diesen Geräten zeigten 2 Geräte eine gewisse Abschirmwirkung. Davon erhielt ein Gerät das Prädikat „empfehlenswert“. Dabei handelte es sich jedoch um eine „Handytasche“, was bedeutet, dass das komplette Gerät mittels dieser Tasche und den eingearbeiteten Materialien abgeschirmt wurde, nämlich wie eine Schutzhülle funktionierte! Das ist jedoch etwas völlig anderes, als sich eine „Schutzvorrichtung“ um den Hals zu hängen oder irgendwohin zu legen oder sich auf’s Handy zu kleben mit der Absicht, Elektrosmog neutralisieren zu wollen!

Der bislang einzige (österreichische) „amtliche Wirknachweis“ für den Gabriel-Chip wurde im Web bereits zur Genüge als Willkür und Manipulation entlarvt. Und auch der „unabhängige Gutachter“ Walter Medinger steht in diesen Zusammenhängen nicht in gutem Licht.

Zu guter Letzt der Hinweis auf eine etwas ältere Sendung zum Thema:
„Folie schützt nicht vor Handystrahlung“ (ZDF WISO vom 23.10.06)

„Das Fazit dieses [letzten] Beitrags lautet zu dem vor einiger Zeit auf den Markt gebrachten „Gabriel-Chips“: „Jedenfalls löst der Gabriel-Chip nicht das Problem mit Elektro-Smog, falls es wirklich eines geben sollte. Es scheint, hier sollen jede Menge Handynutzer zum Kauf von nutzlosen Folien überredet werden. Das ist jetzt Sache für die zuständigen Behörden und die Staatsanwaltschaft.“

Da gibt es offensichtlich einiges nachzuholen!

Über ergänzende, berichtigende und sonstige konstruktive Kommentare freue ich mich.
Ralf W. Beck

Letze Aktualisierung: 14.06.2017

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